Veranstaltungsdetails

Datum:
Sonntag, 08.03.2020 bis Sonntag, 06.09.2020
Rubrik:

Das Auge des Fotografen. Industriekultur in der deutschen Fotografie seit 1900

Die Vielfalt von Industriekultur spiegelt sich hervorragend in der Fotografie. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentieren Fotografen die sich rasch verändernde industrielle Gesellschaft und setzen dabei Mensch, Handwerk und Architektur in Beziehung. Die Fotografien sind Dokumente des industriellen Zeitalters und haben zugleich oft auch einen künstlerischen Anspruch. Nicht zuletzt war die Fotografie - das Medium der Moderne - anfangs noch von den Drucktechniken abhängig. Erst ab 1900 gewann das fotografische Bild rasant an Bedeutung, was zu einer massenhaften Darstellung des Industriezeitalters in Bildern führte. Denn die Industrie bot neue, noch unentdeckte Motive während die Wirtschaft selbst Auftraggeber für die Bildproduktion wurde. 

Das Museum für Druckkunst ist als authentischer industriekultureller Ort Ausgangspunkt für eine Zeitreise durch die Industriefotografie. Die Ausstellung stellt dabei in sechs chronologischen Themenblöcken heraus wie die Fotografie zur bildlichen Repräsentantin der Industriekultur wurde: Als Leistungsschau, als Werbe- und Propagandamittel, als Quelle, als Werkzeug der Vermittlung und nicht zuletzt als das künstlerische Ergebnis einer bis heute andauernden Auseinandersetzung mit Mensch, Maschine und Wirtschaft. Dabei liegt der Fokus vor allem auf zwei bedeutenden Industriezentren des Landes: Mitteldeutschland und dem Ruhrgebiet. Dabei sind wichtige Industriezweige wie die Montanindustrie, Maschinenbau, Textilindustrie sowie die Druckindustrie vertreten.

Präsentiert werden rund 110 Fotografien u.a. aus dem Archiv Hermann Walter (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), von Hans Finsler (Kunstmuseum Moritzburg Halle/Saale), Evelyn Richter (Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig) und Bernd und Hilla Becher (Die Photographische Sammlung- SK Kulturstiftung Köln), dem Historischen Archiv Krupp sowie bisher unbekannte Aufnahmen aus sächsischen Archiven und zeitgenössische Positionen wie von Bertram Kober. Die fotografischen Werke verdeutlichen exemplarisch die Entstehungskontexte von Industriefotografie in engem Zusammenhang mit den gesellschaftlich-sozialen Umständen als auch dem jeweiligen künstlerischen Zeitgeist.

Veranstaltung im Rahmen von: Jahr der Industriekultur in Leipzig

Hans Finsler, F├Ârderbahn von unten, 1930, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto Kulturstiftung Sachsen Anhalt (c) Nachlass Hans Finsler
Hans Finsler, F├Ârderbahn von unten, 1930, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto Kulturstiftung Sachsen Anhalt (c) Nachlass Hans Finsler

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Informationen zum Veranstaltungsort

Plakat mit Holzbuchstaben, Foto: Museum f├╝r Druckkunst Leipzig
Plakat mit Holzbuchstaben, Foto: Museum f├╝r Druckkunst Leipzig

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Als lebendiger Ort der Industriekultur zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig unter dem Thema „Zwischen Technik und Kunst“ rund 100 funktionierende Maschinen und Pressen für historische Guss-, Satz- und Drucktechniken. Durch die Kombination einer produzierenden Werkstatt und eines Museums ist es möglich, 500 Jahre Druckgeschichte hautnah zu erleben. Zur Sammlung gehören außerdem eine Handbuchbinderei, eine Werkstatt für Holzstich sowie Musiknotendruck. Eine in Deutschland einzigartige Kollektion an Blei- und Holzlettern, Matrizen und Stahlstempeln zählt rund 4.000 Schriftarten europäischer und orientalischer Herkunft.

Besonderheit
Nur in Leipzig und Kyoto (Japan) wird das aufwenige Handwerk des Lichtdrucks noch gepflegt. Das Lichtdruckverfahren wurde von den Pionieren der Fotografie ab 1850 entwickelt. Hauptsächlich für Faksimiles genutzt, besitzen Lichtdrucke augenscheinlich den ganzen Reichtum ihres Originals, sind von diesen aber kaum zu unterscheiden. Die Fülle an Halbtonwerten und die sehr feine Farbauflösung kennzeichnen das aufwändige Handwerk.

Ansässig ist das Museum in der Nonnenstraße 38 im ehemaligen Industrieviertel Plagwitz in einer Vierflügel-Anlage mit einer rund 100jährigen Tradition als Druckwerkstatt. Die Fassade des Gebäudes zur Nonnenstraße wurde 1922/23 vom Architekten Edgar Röhrig umgestaltet und heute eine der seltenen Beispiele des Art Déco im Leipziger Stadtbild.