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“Den 20. ging Lenz durchs Gebirg.” So beginnt Georg Büchners berühmte Novelle “Lenz”. Büchner greift dabei den realen Fall des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz auf, der sich in der Abgeschiedenheit eines Bergdorfes beim Pfarrer Oberlin in eine Art “Therapie” begeben hat, um seine Wahnvorstellungen, seine manischen Schübe und Anfälle zu heilen. Doch: Die Therapie scheint nicht anzuschlagen. Lenz durchlebt eine Achterbahnfahrt an psychischen Extremzuständen und driftet zunehmend in den Wahnsinn ab.
Heute, über 150 Jahre nach dem Erscheinen der Novelle, scheinen psychische Krankheiten allgegenwärtig. Wo finden wir heute Unterstützung im Umgang mit einem kirsendurchrütteten Alltag? Stecken hinter dem vermeintlich “Normalen” vielleicht die Ursachen für Einsamkeit, Erschöpfung und Optimierungszwang? Und könnte ein gemeinsamer Gang auf dem Kopf uns helfen, aktiv gegen die Widersprüche der Gegenwart anzugehen?
Die Stückentwicklung des jungen Leipziger Theaterkollektivs “Sämtliche Gewerke” untersucht anhand von Büchners Novelle, was es heißt, verrückt zu sein, welche utopischen Chancen dieser Zustand vielleicht bieten kann, und wer eigentlich bestimmt, was als normal gilt und was nicht.
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