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Am 20. Juni wird der Nikolaikirchhof für einen Tag zum kostenfreien Open-Air-Kino. Anlässlich des Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung bringt das Revolutionale-Projekt der Stiftung Friedliche Revolution die preisgekrönten Dokumentarfilme „Einhundertvier“ und „Moria Six“ in den öffentlichen Raum und lädt zum Gespräch mit Filmschaffenden über Flucht, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung ein.
Der Dokumentarfilm „Einhundertvier“ (Filmbeginn ab 15 Uhr) begleitet die Crew eines zivilen Rettungsschiffes auf dem Mittelmeer während eines Einsatzes, bei dem 104 Menschen aus akuter Seenot gerettet werden. Der Film zeigt eindrücklich die lebensgefährlichen Bedingungen vieler Fluchtrouten ebenso wie das Engagement von Menschen, die dort Verantwortung übernehmen, wo politische Lösungen ausbleiben.
„Moria Six“ (Filmbeginn ab 18 Uhr) erzählt die Geschichte von sechs jungen Geflüchteten, die nach dem Brand des Camps Moria auf der griechischen Insel Lesbos unter fragwürdigen Umständen verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Drei der Angeklagten wurden erst im Frühjahr 2025 nach jahrelangen Verfahren freigesprochen. Der Film macht sichtbar, wie schnell Menschen entrechtet und gesellschaftlich marginalisiert werden können – und stellt Fragen nach Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
„Beide Filme geben den anonymen Zahlen und oft abstrakten Debatten über Migration konkrete Gesichter und Stimmen. Sie lassen die Menschen zu Wort kommen, die Flucht real erleben, und deren Erfahrungen sonst häufig unsichtbar bleiben.“, betont Marie Schwarz, Projektleiterin der Revolutionale.
Zwischen den Filmvorführungen führt Moderator Carsten Möller ein Gespräch u. a. mit „Einhundertvier“-Regisseur Jonathan Schörnig. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen während der Dreharbeiten sowie das Spannungsverhältnis zwischen staatlichem Handeln, individueller Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität.
Der Veranstaltungsort ist bewusst gewählt: Der Nikolaikirchhof war 1989 ein zentraler Ort der Friedlichen Revolution und Ausgangspunkt gewaltfreier Proteste für Freiheit und demokratische Mitbestimmung. Auch damals spielte das Thema Flucht eine prägende Rolle. Die Veranstaltung schlägt damit eine Brücke zwischen historischen Perspektiven und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
EINTRITT FREI
Hinweis: Die Filme werden in deutscher Fassung mit deutscher Volluntertitelung gezeigt.
Triggerwarnung: Die Filme enthalten belastende Inhalte und Bilder zu Gewalt, Flucht und Rassismus.

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Informationen zum Veranstaltungsort
siehe auch: GRASSI Museum Leipzig
Das 1874 eröffnete Museum zählt europaweit zu den führenden Häusern für Gestaltung und angewandte Kunst. Es werden wechselnde Ausstellungen zu Kunsthandwerk und Design, Fotografie und Architektur gezeigt. Historisches trifft hier auf Zeitgenössisches. Daneben besticht die künstlerisch inszenierte Ständige Ausstellung mit den Schwerpunkten Jugendstil, Art déco und Bauhaus. Der umfangreiche Sammlungsbestand umfasst heute etwa 230.000 Exponate des europäischen und außereuropäischen Kunsthandwerks von der Antike bis zur Gegenwart. Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden auf ihren Entdeckungstouren durch 3.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte durch Führungen, Workshops und viele weitere Veranstaltungen begleitet.
Weitere Veranstaltungen an diesem Ort: GRASSI Museum für Angewandte Kunst
Weitere Veranstaltungen unter der Rubrik: Film
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