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Veranstaltungsdetails

Datum:
Sonntag, 28.08.2022
Uhrzeit:
16:00 Uhr

»Unerhörte Ostfrauen – Lebensspuren in zwei Systemen« und »Problemzone Ostmann – Lebenserfahrungen in zwei Systemen«

AUTORINNEN-LESUNG & anschließendes Gespräch mit ELLEN HÄNDLER & UTA MITSCHING-VIERTEL

„Die von Uta Mitsching–Viertel und Ellen Händler porträtierten Frauen vermitteln ein ausgesprochen vielschichtiges Bild von ihren Wünschen, Ho­ffnungen und Lebenserfahrungen. Sehr deutlich wird, dass Frauenbiografien in der DDR keineswegs uniform waren und die Lebenswege nach der Wende ebenso wenig. Wer nach Gemeinsamkeiten sucht, wird sie dennoch unschwer finden: Ganz gleich, ob ostdeutsche Frauen als Bauingenieurin, Köchin, Frauenärztin oder Friseurin gearbeitet haben, die hohe Wertschätzung für eine qualifizierte und sinnstiftende Berufstätigkeit und eine weitgehende finanzielle Unabhängigkeit durchziehen ihre Erzählungen ebenso wie die vielfältigen Widrigkeiten bei der Bewältigung des Familienlebens in einem größtenteils durch Versorgungsmängel geprägten Alltag.“ Prof. em. Dr. Uta Meier–Gräwe, Justus–Liebig–Universität Gießen

„Nach den Unerhörten Ostfrauen nun die Männer – in großer Vielfalt und mit völlig unterschiedlichen Lebensentwürfen und Lebensläufen. Die Interviews sind zeitgeschichtliche Dokumente von bleibendem Wert.“ Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg a.D.

Unerhört – und doch prägend: Das sind sie, die Ostfrauen, die in diesem Buch zu Wort kommen. Schon in den 1960er, 70er und 80er Jahren haben sie Beruf und Familie erfolgreich vereinbart, haben das Kind geschaukelt und im Beruf ihre Frau gestanden. Anders als ihre Geschlechtsgenossinnen im Westen profitierten sie dabei von frauenpolitischen Maßnahmen wie flächen–deckender Kinderbetreuung, Ausbildungsförderung oder Haushaltstag – und mit der Wende erschien es einigen, als seien sie in Sachen Gleichberechtigung ins Mittelalter zurückgefallen. Authentisch, emotional und auch trotzig verteidigen die interviewten Frauen ihre Erfahrungen in Ost und West. Entwaffnend offen ziehen sie persönliche Bilanz, berichten über fehlende Anerkennung und Vorurteile, die ihnen im Westen begegnet sind, über ihren Neuanfang nach der Wende.

Wendeverlierer, Abgehängte, Rechtspopulisten – mit diesen Schlagworten sehen sich Männer aus dem Osten Deutschlands konfrontiert. Ellen Händler und Uta Mitsching–Viertel blicken hinter die Klischees und geben „den Ostmännern“ eine Stimme. Stück um Stück entsteht ein di­fferenziertes, vielschichtiges Bild der Lebenswirklichkeiten in Ostdeutschland vor und nach der Wende. Die Autorinnen nehmen die Zuhörenden mit auf eine Reise durch achtzig Jahre deutscher Geschichte, warmherzig erzählt, zuweilen tragisch, immer aber spannende und unterhaltsam mit einer Prise Humor.

Uta Mitsching–Viertel und Ellen Händler, Jahrgang 1948, verbindet mit den von ihnen interviewten Frauen eine ge–meinsame Lebensgeschichte. In der DDR geboren und aufgewachsen, begannen sie im Osten ihre berufliche Laufbahn und wurden Mütter von jeweils zwei Kindern. Uta Mitsching–Viertel ist promovierte Politologin und war in verschiedenen Verlagen und beim DDR–Fernsehen tätig. Nach der Wende arbeitete sie in der öffentlichen Verwaltung. Ellen Händler, promovierte Soziologin, arbeitete im Amt für Jugendfragen und war Fachreferentin für Bildung im Sekretariat des Ministerrates der DDR. Nach der Wende war sie im Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen und dessen Rechtsnachfolger im Leitungsstab und über fünfzehn Jahre als Pressesprecherin tätig.
Eintritt: 4,– | 2,– Euro ermäßigt

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