Veranstaltungsdetails

Ort:
Schauspiel Leipzig | Hinterbühne
Datum:
Samstag, 13.03.2021
Rubrik:

»Schäfchen im Trockenen« - nach dem Roman von Anke Stelling

Premiere

In Berlin plötzlich den Jackpot zu verlieren, auch bekannt als günstiger Mietvertrag einer Altbauwohnung in einem der Szeneviertel, ist keine besondere Geschichte. Diese Kündigung einem guten Freund zu verdanken allerdings schon. Resi, ihrem Mann und den vier Kindern steht deshalb bald ein Umzug bevor. Ihr Einkommen als Freischaffende ist den aktuellen Mietpreisen im Prenzlauer Berg nicht gewachsen und die Familie sieht sich bereits in den Platten von Marzahn.

„Selber schuld, Katapult“, denn sie hätten sich auch im Hausprojekt „K 23“ beteiligen und eine Wohnung an der Seite Resis ältester Freunde beziehen können. Das war allerdings vor dem Artikel. In besagtem Essay für eine überregionale Zeitung setzt sich die vierfache Mutter selbstironisch mit der Kluft im eigenen Freundeskreis auseinander. Die einen haben den begehbaren Kleiderschrank in einem Eigenheim, die anderen nicht.
Weil man über so was aber nicht redet, erntet sie Ablehnung und die Kündigung des Mietvertrags. Während ihr von der selbstgewählten Freundesfamilie vorgeworfen wird, sich fälschlich zum Opfer zu stilisieren, heißt es für die verstoßene Schriftstellerin nun „Alles muss raus“ — eine Portion Selbstmitleid inklusive. Denn dass heute diejenigen den begehbaren Kleiderschrank haben, die auch auf Holzestrich in der Küche groß geworden sind, ist für sie kein Zufall. Das ist der eigentliche Skandal. Ihre Eltern hatten ein Sechziger-Jahre-West-PVC gehabt. Resi fühlt sich betrogen, von ihrer Mutter und dem guten Zureden, dass alle gleich sind und alles möglich. Deshalb will sie das geschickt Kaschierte offenlegen, ihre Kinder schonungslos aufklären und so für etwas Beigeschmack sorgen zum Crémant vor der mild beigen Hausprojektfassade.

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Schauspiel Leipzig
Schauspiel Leipzig

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Die Spielstätte Diskothek befindet sich in der Bosestr./Ecke Dittrichring und die Spielstätte Residenz inmitten der Baumwollspinnerei Leipzig. Das Schauspielhaus entstand 1955/56 durch Um- und Ausbau des 1943 zerstörten Centraltheaters, das 1902 als Operettentheater ins Leben gerufen wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg sollte ein modernes Theaterhaus entstehen. 1945/46 wurde es zunächst provisorisch zum Schauspielhaus umgebaut. Die Architekten Souradny, Herbst und Brummer gestalteten den stattlichen Bau inklusive Dreh- und Wagenschiebebühne.

Die Einweihung des neuen Theaterhauses fand am 1. März 1957 mit einer Aufführung von Schillers Wallenstein statt. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde die Außenfassade des Theaters in der Bosestraße renoviert. Insgesamt haben 666 Personen im Saal Platz.

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