Veranstaltungsdetails

Datum:
Samstag, 01.12.2018 bis Freitag, 12.04.2019
Rubrik:

Megalopolis - Stimmen aus Kinshasa

Von den heute 800 Millionen Menschen in Afrika wird in 25 Jahren mehr als die Hälfte in Städten leben. Mit mehr als 12 Millionen Einwohner*innen ist Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, die drittgrößte Megastadt des Kontinents. Die urbane Realität des afrikanischen Kontinents wird bis heute in ethnologischen Museen selten thematisiert. Das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig setzt sie in den Fokus und gibt 24 Künstlern*innen aus Kinshasa eine „Carte Blanche“, um ihre Stimmen im Museum erklingen zu lassen.

Das Prinzip der „Carte Blanche“ ändert die Spielregeln des ethnologischen Museums. Gezeigt wird keine Ausstellung aus Sicht eines/r europäischen Ethnolog*in, sondern die Künstler*innen Kinshasas selbst vermitteln ohne Filter an die Musemsbesucher*innen, was sie beschäftigt: koloniale Vergangenheit und ihre Auswirkungen, Gewalt, Unterdrückung von Frauen, Krieg, Korruption, Ausbeutung, Umweltzerstörung, kulturelles Erbe, Spiritualität, urbaner Alltag. Traditionelle Skulpturen und Masken aus dem Kongo tauchen in vielen der zeitgenössischen Kunstwerke auf und verbinden so nicht nur die Vergangenheit mit der Gegenwart, sondern auch die Kongo-Bestände des Leipziger Völkerkundemuseums mit der Megastadt Kinshasa.

„In Kinshasa ist alles KUNST. Stadt oder künstlerische Installation unter freiem Himmel und gleißender Sonne, jeder Kinois spielt seine eigene Symphonie oder führt eine „Performance“ auf. Trotz des Hungers, der ihre Bäuche einschnürt, sind sie da!“
Jean Kamba, Dichter und Kunstkritiker

Trotz aller geopolitischen Überraschungen und administrativen Widrigkeiten war es möglich, acht der 24 beteiligten Künstler*innen zusammen mit den zwei Kuratoren Freddy Tsimba und Eddy Ekete für die Künsterresidenz in Leipzig begrüßen zu können. Innerhalb von vier Wochen vollendeten sie im Museum und in Werkstätten innerhalb der Stadt Leipzig ihre künstlerischen Werke und entwickeln die Szenographie der Ausstellung mit allen Arbeiten in einem einzigartigen und unverfälschten Projekt.

Dolet Malalu, Ohne Titel, 2018, Mixed Media, © Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Mo Zaboli
Dolet Malalu, Ohne Titel, 2018, Mixed Media, © Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Mo Zaboli
Dolet Malalu, Ohne Titel, 2018, Mixed Media, Ausschnitt, © Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Mo Zaboli
Dolet Malalu, Ohne Titel, 2018, Mixed Media, Ausschnitt, © Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Mo Zaboli
Foto: Mo Zaboli
Foto: Mo Zaboli
Lageplan anzeigen

Informationen zum Veranstaltungsort

Grassi Museum für Völkerkunde, Foto:  LTM Andreas Schmidt
Grassi Museum für Völkerkunde, Foto: LTM Andreas Schmidt

Standort anzeigen

Freier Eintritt an jedem ersten Mittwoch im Monat

Mit mehr als 200.000 Objekten besitzt das Museum eine der größten ethnografischen Sammlungen Deutschlands. Die exotischen und zum Teil weltweit einzigartigen Exponate zeigen die Kunst und Lebensformen nahezu aller Kulturen der Welt.