Veranstaltungsdetails

Ort:
Datum:
Mittwoch, 08.04.2026
Uhrzeit:
14:30 Uhr
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Zur Provenienzforschung von Musikinstrumenten am Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig

Tag der Provinienzforschung 2026

Die Provenienzforschung ist seit der Washingtoner Erklärung von 1998 verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt. Mit dieser Aufmerksamkeit, die anfänglich auf Kulturgutentzug im Kontext des Nationalsozialismus konzentriert war und später auch auf kolonialen Kontext und Besitzwechsel in der Zeit der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR erweitert wurde, hat sich jedoch keine dezidiert neue Forschungsdisziplin etabliert und in Museen hat die Erforschung von Besitzgeschichte jedes einzelnen Sammlungsobjekts eine lange Tradition. In den letzten 150 Jahren hat sich die Fragestellung mehrfach geändert. Sie spiegelte nicht nur den Kenntnisstand über das einzelne Objekt wider, sondern auch die Veränderungen der gesellschaftlich geprägten Sicht auf Erwerbsumstände. Sie beeinflusst bis heute Sammlungs-, Ausstellungs- und Restaurierungskonzepte, aber auch Fragen der Taxierung von Kulturgütern. In einem Impulsvortrag zeigt Prof. Dr. Eszter Fontana beispielhaft anhand der Sammlung des Museums den Wandel der Provenienzforschung in ihren politischen, gesellschaftlichen, künstlerischen und technologischen Fragestellungen.

Eine Vertiefung der Thematik erfährt die Veranstaltung mit Blick auf den Erwerb eines Sammlungskonvoluts und dessen Erwerb für die Sammlung in der DDR: Die Sammlung „Weißgerber“ repräsentiert ein zentrales Konvolut der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums und wurde 1985 aus Privatbesitz angekauft. Der Markneukirchener Gitarrenbauer Richard Jacob (1877–1960), der den Markennamen „Weißgerber“ etablierte, gilt als einer der innovativsten Gitarrenbauer des 20. Jahrhunderts. Die Rekonstruktion der Erwerbsgeschichte, die Bedeutung der darin enthaltenen Objekte und die Bewertung der Kontexte des Ankaufs stehen im Fokus des Impulsreferats von Prof. Dr. Andreas Michel.

Das anschließende Roundtable-Gespräch behandelt aktuelle Fragestellungen der Provenienzforschung von Musikinstrumenten und behandelt Spezifika der Objektgattung und individuelle Fallbeispiele des Musikinstrumentenmuseums der Universität Leipzig aus Vergangenheit und Gegenwart.

Impulsvortrag: Prof. Dr. Eszter Fontana: „Provenienzforschung und Musikinstrumente“

Impulsvortrag: Prof. Dr. Andreas Michel: „Zur Provenienz der Sammlung Weißgerber – Geschichte und Umstände eines Erwerbs»

Roundtable-Gespräch: Prof. Dr. Eszter Fontana, Prof. Dr. Andreas Michel, Stefan Hindtsche (Moderation)

Freier Eintritt

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Informationen zum Veranstaltungsort

Foto: Museum für Musikinstrumente, Foto: LTM Andreas Schmidt
Foto: Museum für Musikinstrumente, Foto: LTM Andreas Schmidt
  • MusikInstrumentenMuseum
  • der Universität Leipzig im GRASSI
  • Johannisplatz 5-11
  • 04103 Leipzig
  • Internet: mfm.uni-leipzig.de
  • E-Mail: mimul@uni-leipzig.de
  • Di-So, Feiertage 10-18 Uhr, Klanglabor: Sa + So 10-12.30/14-17 Uhr, Eintritt frei in der Dauerausstellung, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre generell Eintritt frei

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siehe auch: GRASSI Museum Leipzig

Das Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig im GRASSI präsentiert eine der größten Sammlung von Musikinstrumenten weltweit und dient zugleich der Lehre und der Forschung. Musikalische, literarische und museumspädagogische Veranstaltungen laden ein, die Schönheit und Vielfalt der Instrumente kennenzulernen.

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