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Ausgezeichneter Dok-Film (D, 1994), anschließend Gespräch mit dem Regisseur Andreas Voigt
Etliche Filme hat der bei der DEFA ausgebildete Dokumentarfilmer Andreas Voigt vor und nach der Wende in Leipzig gedreht und so die Veränderungen der Stadt und ihrer sozialen Milieus dokumentiert. Im Winter 1992/93 beginnt er, mehrere Jugendliche über ein Jahr hinweg zu begleiten. Gewalt und Aggression, Hoffnungen und Träume, Ängste und Agonie der jungen ostdeutschen Generation kommen dabei zum Ausdruck. „Glaube, Liebe, Hoffnung“ zeigt den Verfallszustand der Stadt, die Arbeitslosigkeit und Jugendgewalt – und im Kontrast dazu den Glanz neu erbauter Einkaufspassagen in der Innenstadt.
Seinen Protagonisten begegnet der Regisseur zugleich aufmerksam und kritisch. Dirk sitzt zu Beginn der Dreharbeiten wegen eines Überfalls auf ein Ausländerwohnheim im Gefängnis, während seine Freundin Jeanine auf seine Entlassung wartet. André ist Skinhead, arbeitet auf einem Weihnachtsmarkt und macht Rockmusik mit xenophoben Texten. „Papa“ ist arbeitslos und hat kaum berufliche Perspektiven; früher war er „links“, dann „rechts“ und heute wieder „links“. „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ist ein detailgenauer Blick auf Lebensumstände, Orientierungslosigkeit und Radikalisierung im Zuge des sozialen Wandels nach der Wende. Der Film fragt nach kollektiven, aber vor allem nach den individuellen Gründen der Radikalisierung und lässt das dokumentarische Material dabei vornehmlich für sich sprechen.
Dauer: 88 min
Auszeichnungen: Grand Prix für Dokumentarfilm Festival du Film de Strasbourg, Internationale Filmfestspiele Berlin, Berlinale, Forum des jungen Films, u. a.
Eintritt: 5 Euro
Kartenreservierungen unter Telefon 0341 90960037 oder ticket@budde-haus.de
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