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Mit der Ausstellung Leipziger Melange präsentiert eine Auswahl bedeutender Leipziger Landschaftsmaler, deren Werke über mehrere Jahrzehnte hinweg ein vielschichtiges Bild der Stadt und ihres Umlands zeichnen. Gezeigt werden Arbeiten von Walter Bodenthal, Rolf Huhn, Siegfried Höfer, Heinz Müller, Gerhard Opitz, Karl Krug, Gert Pötzschig, Gerald Müller-Simon und Walter Hertzsch – Künstler, die Leipzig und seine Umgebung mit wachem Blick und großer malerischer Sensibilität begleiteten.
Viele von ihnen waren zwischen den 1920er- und 1990er-Jahren unterwegs im Leipziger Land. Sie durchstreiften zum Teil gemeinsam mit ihren Familien die Parthendörfer, die Auenlandschaften und das bäuerlich geprägte Umland, zeichneten unter freiem Himmel und malten direkt vor der Natur. In ihrer Arbeitsweise klingt dabei eine leise Nähe zur französischen Malergruppe der Schule von Barbizon an – nicht als stilistisches Zitat, sondern als Haltung: das genaue Hinsehen, das Verweilen, das Vertrauen auf das Gesehene.
Neben diesen ländlichen Motiven ist Leipzig selbst ein zentrales Thema der Ausstellung. Die Künstler hielten die Stadt vor und nach dem Krieg fest, mit ihren zerstörten Häusern, offenen Wunden und später ihrem langsamen, oft grauen Weiterleben. Gerade in den Werken der Nachkriegszeit und der folgenden Jahrzehnte verstetigte sich der Anteil der grauschattierungen auf den Paletten. Leipzig war lange geprägt von Verfall, bröckelnden Fassaden, dem unverkennbaren Odem und Hinterlassenschaften der verfeuerten Braunkohlebriketts und damit von einer Schwere, die sich auch auf die Farbigkeit legte. Doch dieses Grau ist hier nicht trostlos. Es wird zum Träger von Stimmungen, von Licht und Luft, von leisen Übergängen.
Leipziger Melange erzählt von einer gegenständlichen, postimpressionistischen Malerei, die nicht beschönigt und doch Schönheit findet. In gedämpften Farben, klaren Kompositionen und einer oft stillen Poesie zeigen die Werke eine Landschaft und eine Stadt im Wandel. Sie bewahren Augenblicke, die uns heute fremd erscheinen mögen, und machen zugleich spürbar, wie sehr sich selbst im Unspektakulären, im Brüchigen und Alltäglichen eine eigene Würde und Zartheit entfalten kann.
Zugleich lenkt die Ausstellung den Blick auf Künstler, die heute zum Teil aus dem gegenwärtigen Bewusstsein geraten sind – darunter Rolf Huhn, Walter Bodenthal oder Gerhard Opitz. Ihre Arbeiten waren einst selbstverständlicher Teil des Leipziger Kunstlebens, sind jedoch im Laufe der Zeit leiser geworden. Die Präsentationen im Gohliser Schlösschen verstehen sich daher auch als Einladung zur Wiederentdeckung: Sie möchten an diese Positionen erinnern, ihre Qualität neu sichtbar machen und sie wieder in den Zusammenhang einer lebendigen Leipziger Kunsttradition stellen.
So entsteht ein vielstimmiges Bild Leipzigs – eine Melange aus Land und Stadt, aus Erinnerung und Beobachtung, aus Grau und Licht –, das nicht laut ist, aber lange nachhallt.
Wir laden Sie hiermit herzlichst zum Besuch der Ausstellung ein und freuen uns, mit Ihnen gemeinsam Werke vergessener Leipziger Künstler wiederzuentdecken!
Öffnungszeiten:
Mittwoch – Freitag: 14:00 – 18:00 Uhr
Samstag – Sonntag: 12:00 – 18:00 Uhr
Eintritt frei
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Eingabe der Veranstaltungen erfolgt mit großer Sorgfalt. Dennoch kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Bitte schauen Sie ggf. auch auf die Seite des Veranstalters/Veranstaltungsortes.
Ausstellungsort
Gohliser Schlösschen – Das einzigartige Juwel in Leipzig
Unweit vom Leipziger Stadtzentrum befindet sich das wunderschöne Gohliser Schlösschen, auch liebevoll Musenhof am Rosental genannt. Erbaut im Jahr 1756 durch den damaligen Ratsbaumeister Johann Caspar Richter gehört es mit seiner einzigartigen und exzellent erhaltenen baulichen Substanz im spätbarocken Stil zu den Kleinodien sächsischer Kulturgeschichte und zu einer der Sehenswürdigkeiten der Stadt Leipzig. Nicht nur das Schlösschen selbst mit seinen repräsentativen Räumlichkeiten und dem Museumsbereich beeindruckt Besucher von Nah und Fern. Auch der liebevoll gepflegte Schlossgarten, der letzte erhaltene Barockgarten der einst berühmten Leipziger Gartenkultur, ist eine idyllische Oase der Ruhe und lädt große und kleine Gäste zum Verweilen ein.
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