Veranstaltungsdetails

Ort:
Datum:
Freitag, 12.11.2021
Uhrzeit:
19:30 Uhr

Der Sender und die Stadt – Zur Beziehung zwischen Leipzig und DT64

Mit Prof. Dr. Hans-Jörg Stiehler (Ex-Zentralinstitut für Jugendforschung/Universität Leipzig), Holger Luckas (Ex-DT64/Radio Eins) und Michael Flämig (Ex-Vorsitzender »Freunde der Jugendmedien e.V. Leipzig«)
Schon als am 06.09.1990 plötzlich RIAS 1 auf den DT64-Frequenzen sendete und dies nicht zuletzt durch massive Proteste gekippt wurde, waren die Hörer:innen von Leipzig vorn dabei. In der Stadt, in der viele jener DT64-Journalist*innen studiert hatten, die seit der Friedlichen Revolution dieses extrem spannende Programm machten, für das sich nun derart engagiert wurde. Wobei schon der 1986 erfolgte Ausbau zu einem für DDR-Verhältnisse ziemlich offenen und coolen Medium von Leipzig beeinflusst war, denn das hiesige Institut für Jugendforschung legte wesentliche Grundlinien dafür.
Innerhalb der vom RIAS-Schock inspirierten, vor allem aber durch den DT64-Piratenradiotag Mitte September 1991 losgetretenen Bewegung zur Rettung des Senders zählte die Leipziger zu den aktivsten und größten Initiativen. Mit Demonstrationen, unter anderem im erneuten Aufgreifen der Montagsdemos, Straßenfesten, Konzerten, winterlichem Protest-Campen auf dem Augustusplatz, Unterschriftensammlungen und anderen Aktionsformen hatte sie ihren Anteil daran, dass DT64 schließlich vom MDR übernommen und später zu Sputnik überführt wurde. Eine Entscheidung, die 1992 auf einer Sitzung in Leipzig getroffen wurde – und sogar das wesentliche Buch zum Sender erschien 1993 beim Leipziger Thom Verlag.
Im Gespräch mit damals auf verschiedenen Ebenen aktiven Personen, vom Jugendkultur erforschenden Institutsleiter über den DT64-Redakteur mit Leipziger Szeneanbindung bis zum DT64-Bewegungsaktivisten, soll die spezifische lokale Beziehung zu DT64 erinnert und zugleich in einen überregionalen Vergleich gestellt werden, der auch die Ost-West-Grenzüberschreitung der DT64-Bewegung aufgreift.

Eintritt: frei

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Die naTo ist ein Soziokulturelles Zentrum, das für die Ausrichtung außergewöhnlicher Theater- und Live-Performances bekannt ist. Daneben fördert es Nachwuchskünstler in den Bereichen Jazz, Pop und neue Musik und organisiert soziokulturelle Projekte jenseits des Mainstreams. In den 80er Jahren begann die spannende Geschichte des Hauses auf der Karl-Liebknecht-Straße. Heute ist die naTo eine kulturelle Institution im Leipziger Süden.

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