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Veranstaltungsdetails

Ort:
Datum:
Mittwoch, 29.09.2021
Uhrzeit:
19:00 Uhr

»Karl Liebknecht oder: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung!« - Klaus Gietinger

Vortrag / Lesung

Anlässlich des Jubiläums ist kürzlich im Dietz Verlag das Buch »Karl Liebknecht oder: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung!« von Klaus Gietinger erschienen. Es ist höchste Zeit, Karl Liebknecht wieder aus der Versenkung zu holen. Kein Linker und keine Linke hat mehr gegen Militarismus, gegen Rüstungskapital und Krieg gekämpft und kaum einer hat als Linker die marxsche Theorie schärfer kritisiert als er.

»Karl Liebknecht, vergessen? Während Rosa Luxemburg auch 100 Jahre nach ihrem Tod internationale Aufmerksamkeit findet, scheint Liebknecht immer mehr in der Versenkung zu verschwinden. Dabei hält ihn der Autor für den meistunterschätzten Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten. Diente er der DDR weit mehr als Luxemburg als Gallionsfigur, trugen ihn die 68er noch gleichberechtigt neben Che Guevara, Ho Chi Minh und eben Rosa Luxemburg vor sich her, ist die letzte Biografie über ihn, von Annelies Laschitza aus dem Jahr 2007, eine Singularität in inzwischen 35 Jahren. Und nicht einmal sie ist eine reine Biografie. Laschitzas Buch heißt ›Die Liebknechts‹ geht also auch über ›Politik und Familie‹. Zum 100. Jahrestag seiner Ermordung dagegen nichts. Während es allein über Rosa Luxemburg im Zeitraum 1945 – 2003, 40 Biografien, in sieben Sprachen gibt, sind die über Liebknecht seit Ende des Zweiten Weltkrieges erschienenen an einer Hand abzuzählen. Und wie selbstverständlich heißt die Stiftung der Partei Die Linke Rosa-Luxemburg Stiftung. Wenn Rosa Luxemburg eine Frau war ›die Weltgeschichte schrieb‹, war dann Liebknecht vielleicht ein Mann der Provinzgeschichtsschreibung? Weit gefehlt. Allein der Hass, den er zu Lebzeiten bei seinen Gegnern und in seiner Partei hervorrief, belegt, dass das so nicht stimmt. Liebknecht ist der zu Unrecht Unterschätzte! Sein Kampf gegen den Militarismus, gegen die Bourgeoisie, das Kapital und die eigene verpreußte Partei, sein Kampf für die Novemberrevolution und die Verwirklichung des Erfurter Programms der SPD, macht ihn zu einer der faszinierenden Figuren des 20. Jahrhunderts, auch wenn er gescheitert ist.«

Klaus Gietinger
Dipl. Sozialwissenschaftler, Autor, Regisseur. Mehrere Kinospielfilme (z. B. Daheim sterben die Leut‘), diverse Tatorte, TV-Movies, Serien, Dokumentarfilme als Autor/Regisseur. Drehbücher zu Kinospielfilmen und zahlreichen historischen Dokudramen von Kollegen (Vom Reich zur Republik). Regie bei 46 Folgen Löwenzahn. Nominierung zum Deutschen Filmpreis und zum Grimme-Preis, internationale Preise (Gijon, Karlsbad). 14 historische Sachbücher (z. B. Eine Leiche im Landwehrkanal – Die Ermordung Rosa Luxemburgs, 2018, auch englisch 2019) zuletzt: Kapp-Putsch – Abwehrkämpfe, Rote Ruhrarmee (2020), Freikorps und Faschismus – Lexikon der Vernichtungskrieger (2021). Zwei Romane (Unser Weltmeister, 2014; Karl Marx, die Liebe und das Kapital, 2018).

Eintritt frei

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Die naTo ist ein Soziokulturelles Zentrum, das für die Ausrichtung außergewöhnlicher Theater- und Live-Performances bekannt ist. Daneben fördert es Nachwuchskünstler in den Bereichen Jazz, Pop und neue Musik und organisiert soziokulturelle Projekte jenseits des Mainstreams. In den 80er Jahren begann die spannende Geschichte des Hauses auf der Karl-Liebknecht-Straße. Heute ist die naTo eine kulturelle Institution im Leipziger Süden.

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