Veranstaltungsdetails

Ort:
Schauspiel Leipzig | Diskothek
Datum:
Freitag, 17.01.2020
Rubrik:

»Hundert Jahre Kohle« (UA)

Premiere | Projekt von Regine Dura & Hans-Werner Kroesinger

In der Region um Leipzig erstreckt sich eines der wichtigsten Braunkohlereviere Deutschlands. Seit den 1920er Jahren ermöglichen technologische Innovationen wie der Schaufelradbagger den extensiven Abbau der Bodenschätze in immensen Tagebauen, die eine vorhandene Kulturlandschaft nachhaltig verändern. Als Hauptenergieträger werden die Braunkohle und die damit verbundene Industrie über Jahrzehnte kaum in Frage gestellt. Sie stellt eine Konstante über die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts hinweg dar. Auf der Kostenseite sind eine weiträumige Zerstörung der Umwelt, aber auch zahlreiche Erfahrungen von kollektivem und individuellem Schicksal durch Umsiedlungsprozesse zu verbuchen.

In vielen Menschen leben die Erinnerungen an rußgeschwärzte Häuser, die Geräusche der großen Tagebaumaschinen, die staubgeschwängerte Luft, aber auch an Geschichten des Widerstands, an durchgestandene Auseinandersetzungen und gemeinschaftliche Erlebnisse weiter.
Heute scheint die Epoche dieser Industrie ihrem Ende entgegenzugehen. Unter dem Zeichen der Energiewende wird von vielen ein möglichst schneller Ausstieg aus der schmutzigen Braunkohle gefordert.

In der Geschichte des Braunkohleabbaus überkreuzen sich politische Debatten auf globaler und regionaler Ebene.

Regie: Hans-Werner Kroesinger
Konzept & Text: Regine Dura
Dramaturgie: Benjamin Große, Marleen Ilg

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Informationen zum Veranstaltungsort

Schauspiel Leipzig
Schauspiel Leipzig

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Die Spielstätten Diskothek / Baustelle befinden sich in der Bosestr./Ecke Dittrichring und die Spielstätte Residenz inmitten der Baumwollspinnerei Leipzig. Das Schauspielhaus entstand 1955/56 durch Um- und Ausbau des 1943 zerstörten Centraltheaters, das 1902 als Operettentheater ins Leben gerufen wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg sollte ein modernes Theaterhaus entstehen. 1945/46 wurde es zunächst provisorisch zum Schauspielhaus umgebaut. Die Architekten Souradny, Herbst und Brummer gestalteten den stattlichen Bau inklusive Dreh- und Wagenschiebebühne.

Die Einweihung des neuen Theaterhauses fand am 1. März 1957 mit einer Aufführung von Schillers Wallenstein statt. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde die Außenfassade des Theaters in der Bosestraße renoviert. Insgesamt haben 666 Personen im Saal Platz.