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Veranstaltungsdetails

Ort:
Schauspiel Leipzig | Diskothek
Datum:
Mittwoch, 27.11.2019
Uhrzeit:
20:00 Uhr
Rubrik:

»Ännie« - von Thomas Melle

mit Mitgliedern des Schauspielensembles und des Theaterjugendclubs

Zwei Jahre sind vergangen, seit die 16-jährige Ännie verschwunden ist. Zwei Jahre, in denen die Zeit wie stehen geblieben scheint. Denn die Gespräche kreisen nach wie vor um das spurlose Verschwinden dieses Mädchens. Ein Mädchen, über das seit jeher viel gesprochen wurde: Als uneheliches Kind in einer Affäre gezeugt, von einer alleinerziehenden Mutter am Rand der Gesellschaft aufgezogen, galt sie als hochbegabtes Genie und war zugleich Außenseiterin und Faszinationsobjekt — und wird es in ihrer unerklärlichen Abwesenheit nur umso stärker.

Die Ungewissheit um Ännies Verbleib verführt die BewohnerInnen des aus der Zeit gefallenen Ortes zu den unterschiedlichsten Spekulationen: Als Islamistin sei sie in den Krieg gereist, nein, als Rechtsradikale untergetaucht, nein, Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens sei sie geworden oder habe selbst eines begangen, nein, alles sei lediglich inszeniert und sie lebe wie Elvis und Jim Morrison friedlich und zurückgezogen auf einer fernen Insel.

Den tatsächlichen Grund für Ännies Verschwinden kann unterdessen auch der privat ermittelnde ehemalige Polizist Fred, der sich als biologischer Vater wähnt, nicht aufklären. Denn die Erinnerungsschnipsel der Lehrerin, des Dealers, der einstigen KlassenkameradInnen, ihrer wirren Mutter Romy oder Pierres, ihres damaligen Freundes oder Lovers, wer weiß das schon genau, zeichnen widersprüchliche Bilder dieses rätselhaften Mädchens.
Und so avanciert Ännie in ihrer mystischen Abwesenheit zur omnipräsenten Projektionsfläche der sie umgebenden Figuren, die der Wahrheit mit ihren Mutmaßungen zwar nicht näher kommen, darüber aber viel über sich selbst erzählen und ihre eigenen Abgründe, heimlichsten Ängste und innersten Sehnsüchte offenlegen.

Regie: Thomas Melle

Besetzung:
Michael Pempelforth,
Charlotte Puder,
Andreas Keller,
Annett Sawallisch,
Franz Viktor Blumstock,
Nele Christoph,
Albrecht Klingner,
Mia Maria Müller,
Benjamin Viziotis

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Informationen zum Veranstaltungsort

Schauspiel Leipzig
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Die Spielstätten Diskothek / Baustelle befinden sich in der Bosestr./Ecke Dittrichring und die Spielstätte Residenz inmitten der Baumwollspinnerei Leipzig. Das Schauspielhaus entstand 1955/56 durch Um- und Ausbau des 1943 zerstörten Centraltheaters, das 1902 als Operettentheater ins Leben gerufen wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg sollte ein modernes Theaterhaus entstehen. 1945/46 wurde es zunächst provisorisch zum Schauspielhaus umgebaut. Die Architekten Souradny, Herbst und Brummer gestalteten den stattlichen Bau inklusive Dreh- und Wagenschiebebühne.

Die Einweihung des neuen Theaterhauses fand am 1. März 1957 mit einer Aufführung von Schillers Wallenstein statt. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde die Außenfassade des Theaters in der Bosestraße renoviert. Insgesamt haben 666 Personen im Saal Platz.