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Veranstaltungsdetails

Datum:
Samstag, 22.06.2019
Uhrzeit:
19:00 Uhr
Rubrik:

»Boléro/Le Sacre du Printemps« - Johan Inger / Mario Schröder

Zwei skandalumwitterte Ballettmusiken, die in ihrem Charakter unterschiedlicher kaum sein können, treffen in diesem Doppelabend wirkmächtig aufeinander. »Walking Mad«, das Tanzstück des Schweden Johan Inger, ist eine Hommage sowohl an Maurice Ravels legendären »Boléro« als auch an die Freuden körperlicher Sinnlichkeit. Im Takt des immer wieder variierten Grundmotivs kreist der Tanz um mensch­liche Beziehungen, unaufhaltsam und immer schneller werdend dem finalen Crescendo entgegen. Zwischen intensivster körperlicher Anspannung und herrlich grotesker Slapstick wird geflirtet, gerangelt, geliebt und natürlich ordentlich gestritten.

Ist der »Boléro« in seiner musikalischen ­Leichtigkeit fast unausweichlich eingängig, sperrt sich die ­Musik des zweiten Tanzstücks umso mehr. Ballett­direktor ­Mario Schröder nimmt sich des großen Tanz­klassikers der Moderne an: Strawinskys »Le Sacre du ­Printemps«. Als mindestens genauso skandalös wie die Musik galt die Choreografie des Ballets Russes von Vaslav Nijinsky. Die erdigen, auf die Körpermitte fixierten, fast sexuellen Tanzbewegungen überforderten das Publikum schlicht in seinen Sehgewohnheiten. Heute gilt die Choreografie als wichtiger Markstein für die Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes. ­Mario Schröder wird die Frage nach der Bedeutung des Opfers in unserer heutigen Gesellschaft in die Mitte seiner Auseinandersetzung stellen.

Leipziger Ballett, Walking Mad, Choreographie: Johan Inger, Foto: Ida Zenna
Leipziger Ballett, Walking Mad, Choreographie: Johan Inger, Foto: Ida Zenna
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Informationen zum Veranstaltungsort

Oper Leipzig, Foto: Kirsten Nijhof
Oper Leipzig, Foto: Kirsten Nijhof

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Bereits 1693 wurde das erste Leipziger Opernhaus am Brühl gegründet. Damit war es das dritte bürgerliche Musiktheater Europas nach Venedig und Hamburg.

Die gesamte Operngeschichte war geprägt durch zahlreiche Uraufführungen und das Wirken berühmter Komponisten und Dirigenten. Seit 1840 ist das Gewandhausorchester bei jeder Aufführung dabei.

Das heutige Opernhaus am Augustusplatz wurde 1960 eröffnet. Große Namen haben Leipzigs Operngeschichte geprägt, z.B. Georg Philip Telemann, Gustav Mahler und Albert Lotzing. Auch in der Nachkriegszeit brillierte das Ensemble der Oper mit spektakulären Uraufführungen und Premieren, vor allem unter Joachim Herz und Udo Zimmermann.