Veranstaltungsdetails

Datum:
Dauerausstellung
Rubrik:

REINVENTING GRASSI.SKD

Teilöffnung ab 4. März 2022

Drei künstlerische Projekte konfrontieren das Museum mit seiner Geschichte und Fragen nach der Restitution von Objekten. So widmet sich das Künstlerkollektiv PARA mithilfe aktivistischer Zugänge einer in Leipzig fast vergessenen Geschichte: Hans Meyer entführte 1889 die Spitze des Kilimandscharo, doch könnte sie nun womöglich wieder nach Tansania zurückkehren? Des Weiteren werden die Person Hans Meyer sowie die von ihm erworbenen sogenannten Benin-Bronzen näher beleuchtet. Die Bronzen selbst sind vorerst nicht mehr in der Ausstellung zu sehen. Stattdessen werden unterschiedliche Perspektiven auf Eigentumsverhältnisse und Restitution diskutiert. Dazu präsentiert der Künstler Emeka Ogboh eine bildliche Interpretation der Thematik.

Zudem setzt sich die Fotografin Anja Nitz mit dem Sammlungsdepot als »Herzkammer des Museums« auseinander. Ihre Fotoarbeit gibt ehrliche und beeindruckende Einblicke in die Kultur des Sammelns und die Betrachtung des sogenannten »Fremden«.

Die Neugestaltung der Ausstellungsräume geht weit über eine ästhetische Renovierung hinaus. Sie beinhaltet auch eine Re:Inszenierung des architektonischen und museal-historischen Erbes. Dazu gehört die Restaurierung der renommierten sächsischen Kühnscherf-Vitrinen die zum Teil im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Erhalten gebliebene Vitrinen werden fortan restauriert und dienen zukünftig als historischer Spiegel der musealen Geschichte.

Des Weiteren wurde ein dreiteiliger Backstage-Bereich geschaffen. Hier werden die verschiedenen Arbeitsbereiche eines ethnologischen Museums für die Besucher*innen transparent und erfahrbar. Im »Care Room« wird die Objektlogistik des Museums in einem gläsernen Restaurierungs- und Forschungsbereich vorgestellt. Der »Raum der Erinnerung« widmet sich Repatriierungs- und Restitutionsvorhaben. Dieser zweite Bereich ist dezidiert für Herkunftsgemeinschaften nutzbar und schafft einen pietätvollen Rahmen für Rückführungen. Im »Prep Room« erproben Gastwissenschaftler*innen und andere Kollaborationspartner*innen neue Formen des Kuratierens.

Im Rahmen einer weiteren Förderung der KSB stellt das Museum virtuellen Besucher*innen zudem ELIPS, eine Flotte von acht Telepräsenzroboter, zur Verfügung. Interessierte können dabei einen der Roboter von zuhause aus steuern und sich so durch die Ausstellung bewegen. Auch für Vertreter*innen von Herkunftsgemeinschaften ergeben sich so ganz neue Perspektiven, beispielsweise der erste remote Zugang zu den Sammlungen in den Depots möglich. ELIPS ist der Versuch dem Wort Transparenz konkrete Möglichkeiten an die Seite zu stellen.

© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs
© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs
© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs
© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs
© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs
© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs

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Ausstellungsort

© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs
© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Foto: Tom Dachs

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siehe auch: GRASSI Museum Leipzig

Mit mehr als 200.000 Objekten besitzt das Museum eine der größten ethnografischen Sammlungen Deutschlands. Die exotischen und zum Teil weltweit einzigartigen Exponate zeigen die Kunst und Lebensformen nahezu aller Kulturen der Welt.

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