Veranstaltungsdetails

Datum:
Mittwoch, 16.03.2022 bis Freitag, 30.12.2022
Rubrik:
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Verbriefte Freundschaft. Axel Schefflers fantastische Briefbilder

Ausstellung im Tresor und Foyer des Deutschen Buch- und Schriftmuseums

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum Leipzig und das Museum für Kommunikation Frankfurt zeigen den renommierten Illustrator Axel Scheffler („Der Grüffelo“) aus einer überraschenden Perspektive: als Zeichner hunderter Briefumschläge, die der in London lebende Zeichner seit mehr als vier Jahrzehnten an seine Freund*innen und Kolleg*innen dies- und jenseits des Ärmelkanals verschickt. Die Leipziger Ausstellung versammelt unter dem Titel „Verbriefte Freundschaft“ eine Auswahl von rund 200 Briefumschlägen, die auch Kontakte mit zahlreichen Leipziger Zeichner*innen umfassen.

Axel Scheffler nutzt das vergnügliche Thema, um der Sorge um die Ukraine Ausdruck zu verleihen: Er spendet eine den Konflikt in den Blick nehmende Originalzeichnung, die am Eröffnungsabend meistbietend versteigert wird. Der Erlös geht an eine Hilfsorganisation.

Wer glaubt, mit der Entwicklung der modernen Kommunikationstechnologien verliere der auf Papier geschriebene, gefaltete und mit einem angefeuchteten Gummierstreifen verklebte Brief seine Bedeutung, hat noch niemals einen Umschlag von Axel Scheffler in seinem Briefkasten gefunden. Die große zeichnerische Geste im kleinsten Umschlagsformat, jeweils voller individueller Anspielungen, zeigt: Erst Mail, WhatsApp, Signal und Co. lehren uns den Wert des persönlichen, gar handgeschriebenen Briefes. Je breiter der Raum ist, den die elektronische Information in unserem Alltag einnimmt, desto größer ist die Distinktion zwischen der ubiquitären Kommunikation via Bits und Bytes und derjenigen auf Papier. Das allgegenwärtige Digitale adelt das Analoge – das gilt für Brief und Buch gleichermaßen.

Ob verspielt oder frech, ob anzüglich, schüchtern oder provokativ: In ihrer Schrift-Bild-Kombination zeigen die Briefbilder nicht nur unterhaltsame Szenerien, sondern sind facettenreiche Zeichenwelten, deren tiefere Sinnzusammenhänge bisweilen nur genau zwei Menschen entschlüsseln können: derjenige, der den Brief zuklebt, und diejenigen, die ihn aufschlitzen. In vielen der Briefbilder gehen Zeitgeschichte und Beziehungsgeschichte eine besondere Liaison ein. Oft spielt das Weltgeschehen mit – Brexit, Queen, Europa etc.; manchmal scheinen Tiere – von der Ameise über Schlangen und Mäuse bis zum Elefanten – das kauzige oder innige Verhältnis zwischen Absender und Adressat*in anzudeuten.

Zu den Empfänger*innen gehören Rotraut Susanne Berner, Anke Kuhl, Philip Waechter, Thomas M. Müller, Jörg Mühle, Tilman Spreckelsen, Yvonne Kuschel & Beck, Moni Port und viele andere. Ein Netzwerk verbriefter Freundschaften von beachtlicher stilistischer und figuraler Bandbreite, inszeniert auf kleinstem Raum. Schefflers Briefbilder sind verspielte Verbeugungen vor der fast 1.000 Jahre alten Kulturtechnik des auf Papier festgehaltenen Schreibens. Die Ausstellungen in Leipzig und Frankfurt am Main präsentieren insgesamt ca. 400 Umschläge aus einem unendlichen Schatz an Briefen.  

Berühmt geworden ist Axel Scheffler (*1957) vor allem mit seinen Illustrationen zum „Grüffelo“ der britischen Schriftstellerin Julia Donaldson von 1999: Über 17 Millionen Mal verkauft und in weit mehr als 100 Sprachen übersetzt gehören die beiden Grüffelo-Bände zu den 15 meistverkauften Kinderbüchern aller Zeiten.

Zu den Ausstellungen erscheint eine von Kurator Jakob Hoffmann und Stephanie Jacobs herausgegebene, bilderreiche Publikation im Péridot-Verlag, Köln, die für 16,99 Euro im Museum oder über den Buchhandel zu erwerben ist. Rezensionsexemplare sind über den Verlag erhältlich.

Flankierend veröffentlicht das Deutsche Buch- und Schriftmuseum unter dem Titel „Schreib mal wieder... Zur Kulturgeschichte des Briefes“ eine neue Virtuelle Ausstellung in der „Deutschen Digitalen Bibliothek“. Die Ausstellung stellt die Anfänge des Briefes vor und fragt danach, was im 18. Jahrhundert einen guten Brief ausmachte. Sie erzählt skurrile Geschichten von Geheimnissen und blickt in die Gegenwart und Zukunft der schriftlichen Kommunikation.

Verbriefte Freundschaft. Axel Schefflers fantastische Briefbilder Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig 16. März bis 25. September 2022 Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr, Feiertage (außer montags) 10–18 Uhr.

Eintritt frei

  • Internet: www.dnb.de/brieffreundschaft
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    Ausstellungsort

    Foto: Deutsches Buch- und Schriftmuseum
    Foto: Deutsches Buch- und Schriftmuseum
    • Deutsches Buch- und Schriftmuseum
    • der Deutschen Nationalbibliothek
    • Deutscher Platz 1
    • 04103 Leipzig
    • Telefon: +49 (0)341 2271324
    • Telefax: 0341 2271240
    • Internet: www.dnb.de
    • E-Mail: dbsm-info@dnb.de
    • Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Feiertage (außer Mo) 10-18 Uhr, Eintritt frei

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    Die Sammlungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek mit über einer Million Objekten erlauben in ihrer außergewöhnlichen Heterogenität eine interdisziplinäre Herangehensweise an buch- und schriftwissenschaftliche Fragestellungen im kultur-, medien-und kommunikationsgeschichtlichen Kontext.

    Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek – 1884 als Deutsches Buchgewerbemuseum in Leipzig gegründet – ist das weltweit älteste und nach Umfang und Qualität der Bestände eines der bedeutendsten Museen auf dem Gebiet der Buchkultur. Der Standort Leipzig war für die Ansiedlung eines Buchmuseums am Ende des 19. Jahrhunderts kein Zufall. Leipzig hatte durch seine herausragenden Leistungen und Innovationen auf dem Gebiet der Buch- und Druckkunst – wie der Herausgabe der ersten Tageszeitung der Welt (1650), der Entwicklung des beweglichen Notensatzes und der jahrhundertealten Tradition der Leipziger Buchmesse – ein unverwechselbares historisches Profil als Buchstadt.

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