Veranstaltungsdetails

Datum:
Donnerstag, 18.04.2019 bis Sonntag, 29.09.2019
Rubrik:

BAUHAUS_SACHSEN

Im Jahr 2019 heißt es vielerorts „100 Jahre Bauhaus“. Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst punktet im Jubiläumsjahr mit seinen 18 prägnanten Josef Albers-Fenstern im Haupttreppenhaus und dem Schwerpunktthema Bauhaus in seiner Dauerausstellung.

Darüber hinaus spürt die große Sonderausstellung BAUHAUS_SACHSEN den Sachsen-Kontakten der legendären Avantgardeschmiede nach. Denn die Industrie und das Verlagswesen des Landes, seine Museen und Sammler, seine intellektuellen Köpfe und Arbeitervereinigungen erwiesen sich in vielerlei Hinsicht als potente Partner für die Kunstschule und ihre Absolvent/-innen. Eine Reihe prominenter Bauhäusler/-innen sind in Sachsen geboren oder wirkten hier. Man denke an Marianne Brandt, Lothar Schreyer, Hajo Rose oder Franz Ehrlich. 1932 gab es sogar – wenn auch nur kurze und gescheiterte - Verhandlungen über einen Umzug des Bauhauses von Dessau nach Leipzig.

Zur Messestadt Leipzig und speziell zum Grassimuseum unterhielt das Bauhaus frühzeitig und kontinuierlich fruchtbare Kontakte. Auf diese und auf die Werke sächsischer Bauhäusler/-innen, aber auch auf prägende Meister wie Wassily Kandinsky, Làszlò Moholy-Nagy, Paul Klee oder Josef Albers und ihre Verbindungen in die Region richtet sich ein Fokus der Ausstellung. Auf der andauernden Inspiration des Bauhauses bis heute ein weiterer. Im Dialog zu den historischen Bauhaus-Werken stehen Arbeiten von sieben zeitgenössischen Künstler/-innen. Das Bauhaus in Sachsen

Die Ausstellung BAUHAUS_SACHSEN beleuchtet die Beziehungen zwischen Sachsen und dem Bauhaus in einer Reihe von Themenbereichen. So sind in „Frühes Bauhaus“ Arbeiten mit Bezug zu den hauseigenen Grassimessen hervorzuheben: neben dem bekannten Bauhaus-Schachspiel von Josef Hartwig aus dem Jahr 1924 und einer silbernen Teekanne von Christian Dell von 1922 Schmuck und Keramik. Bei der „Bühne am Bauhaus“ stehen Fotografien, Figurinen und Marionetten des in Sachsen gebürtigen Kurt Schmidt im Mittelpunkt. Im Bereich „Josef und Anni Albers“ werden unter anderem grafische Arbeiten, Probesegmente der Albers-Fenster des Grassimuseums sowie Arbeiten von Anni Albers gezeigt. Entwurfszeichnungen von Marianne Brandt, Gebrauchsgrafik von Hajo Rose, Grafiken, Malereien und Materialstudien von Franz Ehrlich werden unter „Sächsische Bauhäusler“ vorgestellt. Arbeiten von Jan Tschichold, Irmgard Sörensen-Popitz und weiteren Künstlern stehen im Fokus von „Grafikdesign und Typographie“. Neben weiteren Themenkomplexen verdient der Bereich „Bauhaus-Produkte auf den Grassimessen“ ein besonderes Augenmerk. Denn eine besonders enge Verbindung zur Avantgardeschmiede Bauhaus unterhielt das Leipziger Kunstgewerbemuseum/ Grassimuseum bereits seit 1919. Auf dessen hauseigenen Grassimessen wurden viele Weichen für das Bauhaus und aus ihm hervorgegangene Künstler/-innen gestellt.

Schon früh erwarb das Museum Bauhaus-Objekte für seine Sammlungen und ist damit heute das einzige Museum in Sachsen, das in seiner Ständigen Ausstellung das Bauhaus komplex darstellen kann.

Im Bereich „Bauhaus für die Industrie“ werden Kandem-Leuchten aus Leipzig, wichtige Arbeiten aus der Staatlichen Porzellanmanufaktur Berlin, Stahlrohrmöbel, Möbel von Peter Keler für die Waldheimer Firma Albert Walde, Möbel von den Deutschen Werkstätten Hellerau präsentiert.

Albers-Fenster Josef Albers im Grassimuseum Leipzig, Fl├Ąchengr├Â├čte Flachglasgestaltung eines Bauh├Ąuslers weltweit. Entwurf von 1926 / Rekonstruktion 2011. Foto: Gunter Binsack
Albers-Fenster Josef Albers im Grassimuseum Leipzig, Fl├Ąchengr├Â├čte Flachglasgestaltung eines Bauh├Ąuslers weltweit. Entwurf von 1926 / Rekonstruktion 2011. Foto: Gunter Binsack
Anni Albers, Entwurf f├╝r einen Wandbehang, Dessau, 1926, Farbsiebdruck, Leihgabe Sammlung Freese, Foto: Esther Hoyer, ┬ę VG Bild-Kunst (Bonn), 2019
Anni Albers, Entwurf f├╝r einen Wandbehang, Dessau, 1926, Farbsiebdruck, Leihgabe Sammlung Freese, Foto: Esther Hoyer, ┬ę VG Bild-Kunst (Bonn), 2019
Hajo Rose, Fl├Ąchen in Grau, Lithographie, GRASSI Museum f├╝r Angewandte Kunst, Schenkung Isolde Rose, Foto: Esther Hoyer
Hajo Rose, Fl├Ąchen in Grau, Lithographie, GRASSI Museum f├╝r Angewandte Kunst, Schenkung Isolde Rose, Foto: Esther Hoyer
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Informationen zum Veranstaltungsort

GRASSI Museum f├╝r Angewandte Kunst, Foto: LTM, Andreas Schmidt
GRASSI Museum f├╝r Angewandte Kunst, Foto: LTM, Andreas Schmidt

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Freier Eintritt an jedem ersten Mittwoch im Monat

Das 1874 eröffnete Museum zählt zu den bedeutendsten seiner Art in Europa. In drei Etappen entsteht es bis 2009 auf ca. 5.000 qm neu. Am 1.12.2007 wurde der erste Rundgang „Antike bis Historismus“ eröffnet. In 30 Schauräumen kann man über 2.000 Objekte bewundern. Ein Schwergewicht der über 90.000 Exponate umfassenden Sammlung liegt auf Objekten der 1920er und 1930er Jahre.