Veranstaltungsdetails

Ausstellungsort:
Datum:
Donnerstag, 01.10.2026 bis Sonntag, 31.01.2027
Rubrik:
Drucken |

Vier Wände voller Kunst. Jüdische Familien und ihre Sammlungen in Leipzig

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Leipzig eine wirtschaftlich und kulturell prosperierende Metropole und jüdische Familien waren wichtige Akteurinnen im kulturellen Leben der Stadt – bis sie durch die Gräuel und Verbrechen des Nationalsozialismus nahezu in Vergessenheit gerieten. Ihnen und ihrem vergessenen Engagement ist das MdbK seit über zwei Jahren intensiv nachgegangen und würdigt nun erstmals den herausragenden Beitrag jüdischer Familien für die bildende Kunst in Leipzig in einer Ausstellung.

Mit Gründung der Israelitischen Religionsgemeinde 1847 wuchs Leipzigs jüdische Bevölkerung stetig bis sie 1925 mehr als 13.000 Menschen umfasste. Damit stellte Leipzig die sechstgrößte jüdische Gemeinde in Deutschland. Eine ausgeprägte Sammelkultur führte zu umfangreichen und qualitätvollen Privatsammlungen und durch großzügiges Mäzenatentum förderten die jüdischen Familien Künstler*innen und Museen der Stadt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden die Mitglieder der jüdischen Familien ebenso wie diejenigen, die nach den antisemitischen Gesetzen als jüdisch kategorisiert waren, entrechtet, verfolgt, ausgeraubt, vertrieben und ermordet.

Vier Wände voller Kunst präsentiert Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus den Privatsammlungen von elf jüdischen Familien aus Leipzig: Erna und Wilhelm Breslauer, Antonie (Toni) und Hermann Halberstam, Franziska und Max Heilpern, Margarete und Max Hermann Heine, Martha und Henri Hinrichsen, Clara (Cläre) und Gustav Kirstein, Moritz Kraemer, Karl Lilienfeld, Marie und Friedrich Nachod, Laura (Lore) und Carl Sonntag sowie die Brüder Moritz und Julius Ury. Die Biografien der Familien sind eng mit der Geschichte des MdbK verwoben.

Ihre Sammlungen umfassen Kunstwerke des Französischen und Deutschen Impressionismus, der Klassischen Moderne sowie von weiteren herausragenden Vertreter*innen der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Stilistisch spiegeln die Sammlungen damit das Spektrum einer bürgerlichen Kultur wider.

Gleichzeitig förderten die Sammler*innen Künstler*innen und waren mit ihnen und untereinander freundschaftlich, zum Teil familiär verbunden. Gemeinsam engagierten sie sich aktiv in Vereinen und Clubs für Kultur und bildeten eine eng vernetzte Interessensgemeinschaft. Die Ausstellung geht den Themenkomplexen Kunstrezeption, Kunstmarkt und Kunstpatronage entlang der individuellen Biografien nach und macht die vielschichtigen Verflechtungen anschaulich. Historische Fotos, Publikationen und Archivalien erzählen ergänzend zu den Kunstwerken vom Leben der verschiedenen Familien und ihrer Mitglieder.

Die Ausstellung wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert.

Kuratorin: Ulrike Saß, wissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Eingabe der Veranstaltungen erfolgt mit großer Sorgfalt. Dennoch kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Bitte schauen Sie ggf. auch auf die Seite des Veranstalters/Veranstaltungsortes.

Ausstellungsort

Museum der bildenden Künste Leipzig, © PUNCTUM, Alexander Schmidt
Museum der bildenden Künste Leipzig, © PUNCTUM, Alexander Schmidt
  • Museum der bildenden Künste
  • Katharinenstraße 10
  • 04109 Leipzig
  • Telefon: +49 (0)341 216990
  • Internet: www.mdbk.de
  • E-Mail: mdbk@leipzig.de
  • Di/Do-So 10-18 Uhr; Mi 12-20 Uhr, Feiertage 10-18 Uhr, Eintritt in die Dauerausstellung frei, 1. Mittwoch im Monat 3 Euro Eintritt

Standort anzeigen

Um 1858 haben Leipziger Kaufleute, Verleger, Händler und Bankiers das Museum der bildenden Künste Leipzig gegründet. Seitdem sind zahlreiche Sammler ihrem Beispiel gefolgt und haben das Museum mit Schenkungen und Stiftungen bedacht. Ihre private Leidenschaft und ihr persönlicher Blick sind beim Rundgang durch die Sammlung stets gegenwärtig.

Bereits von außen sichtbar sind die Höfe und Terrassen, die das Museum zur Stadt hin öffnen und das Prinzip der Leipziger Passagen aufgreifen. Einmalig ist die Weite im Inneren, besonders in Verbindung mit den vielfältigen Sichtachsen und den Aussichten auf die Stadtlandschaft. Die Materialien Glas, Sichtbeton, Muschelkalk und Eichenholz dominieren den Innenraum und verleihen ihm atmosphärische Vielfalt.

Die Präsentation zeitgenössischer Werke und raumbezogener Installationen auf den Terrassen, in den Höfen und Treppenhäusern macht die Begegnung von Kunst und Architektur in besonderer Weise erlebbar.

Am 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei. Eintritt frei bis zum vollendeten 19. Lebensjahr.

Weitere Veranstaltungen an diesem Ort: Museum der bildenden Künste

Weitere Veranstaltungen unter der Rubrik: Ausstellung