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Veranstaltungskalender der Stadt Leipzig |
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Leipziger Architektur im 19. Jahrhundert Arwed Roßbach und seine Bauten
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhundert war die kunstgeschichtliche Zeit des Historismus. Sie begann mit dem Ende des Klassizismus um 1830 und endete mit dem Beginn des Jugendstils um die Jahrhundertwende. Die industrielle Revolution forderte neue Bautypen wie Bahnhöfe, Bank-, Büro- und Geschäftshäuser, Schulen sowie Justizbauten. Da man für diese neuen Bauaufgaben keine geeignete Form fand, griff man auf alte Stilformen der Romanik, Gotik, Renaissance, und des Barocks zurück. Man spricht heute von so genannten Neostilen. Der hohe Anspruch des Historismus an die Architektur war die Zweckgerichtetheit der Bauten. Für bestimmte Gebäudetypen bevorzugte man einzelne Stilrichtungen: die Neogotik für Kirchenbauten und Parlamente, die Neorenaissance für Kulturbauten. Die deutsche Renaissance galt in den Jahren um 1880 als Modeerscheinung. Das deutsche Bürgertum identifizierte sich mit dem 16. Jahrhundert und sah darin die Wurzel des bürgerlichen Zeitalters. "Ergreif mit Kraft den Augenblick, bevor er dir entflieht und schmück ihn mit der Tat." Wahlspruch von Arwed Roßbach Ein Architekt, der das Stadtbild Leipzigs entscheidend prägte und großen Anteil an der architektonischen Gliederung der Stadt hatte, war Arwed Roßbach. Er wurde 1844 in Plauen geboren und entstammte einer baukünstlerisch geprägten Familie. 1862-1866 studierte er in Dresden an der Bauschule der Dresdner Kunstakademie. Die Studienzeit beeinflusste den jungen Architekturstudenten und seine berufliche Zukunft entscheidend. Roßbach folgte dem Grundprinzip Sempers, "die Zweckbestimmung des Baues und seine Teile in der äußeren Physiognomie deutlich auszudrücken." Dass er dies auch erfolgreich umsetzten konnte, sollte sich bald erweisen. Nach Absolvierung seines Studiums ging er für kurze Zeit nach Berlin, wo er als Mitarbeiter des Kgl. Preußischen Oberbaurates Karl Ferdinand Langhans arbeitete. 1870 ließ er sich als selbständiger Architekt in Leipzig nieder. Seine ersten Bauten waren fast ausschließlich Privatbauten, insbesondere Villen. Roßbach war den "gegensätzlichen Aufgaben, die an den [ihn] herantraten, ...in allen Sätteln gerecht ... , gleichviel ob es sich um den Bau einer Villa, eines Theaters, eines Rathauses, eines Geschäftshauses oder um eine Festdekoration handelte." Seine Universitätsbauten machten ihn schließlich weltberühmt. Unter anderem beteiligte er sich an der Planung des Völkerschlachtdenkmals, des Grassimuseums und des Rathausneubaus. Er war Mitglied des Stadtverordneten-Kollegiums. Im Jahre 1891 ernannte man ihn zum königlich sächsischen Baurat und wählte ihn zum Stadtrat. Die philosophische Fakultät der Universität Leipzig verlieh Arwed Roßbach schließlich den Titel eines Ehrendoktors. |
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