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Veranstaltungsdetails

Datum:
Donnerstag, 14.10.2021
Uhrzeit:
19:00 Uhr

OFFIZIELLE ERÖFFNUNG des 28. LeLeTre’s

Programm:

OFFENE GESPÄCHSRunde 
Ungarn unter dem Regenbogen
mit Dorottya Rédai, LGBTQ-Aktivistin Budapest

Im Juli 2021 titelte Zeit online: „Das EU-Parlament verurteilt Ungarns LGBTQ-Gesetz ‚auf das schärfste‘…“, denn die Aufklärung von Jugendlichen über Homo- und Transsexualität an Schulen und in den Medien soll in Ungarn künftig verboten sein.

Das Gesetz sei trotz internationaler Kritik in Kraft getreten, obwohl es »ein klarer Verstoß» gegen Werte, Prinzipien und Gesetze der EU sei, hieß es in Straßburg. Es verbietet die sogenannte »Darstellung und Verbreitung von Homosexualität und Geschlechtsumwandlung»; es betrifft Bücher oder Filme zu diesem Thema; diese müssen mit dem Hinweis „Unter 18-Jährigen verboten“ gekennzeichnet sein, Filme dürfen zur Hauptsendezeit nicht mehr ausgestrahlt werden.

Als bedrohlich empfindet die rechtsnationalistische Orbán-Regierung auch das Kinderbuch „Märchenland für alle“ mit dem schwulen Roma-Aschenputtel, dem schwarzen Schneewittchen, der drachentötenden Margaret, einem Transgender-Reh, das sich ein Geweih wachsen lassen will… und zwei schwulen Prinzen – da diese Charaktere und Geschichten „von traditionellen Geschlechterrollen abweichen“. 2020 schredderte der stellvertretende Vorsitzende der rechtsradikalen Partei „Mi Hazánk“ vor laufender Kamera ein Exemplar des Buches, woraufhin das Buch zum Bestseller wurde. Nun sind alle zu verkaufenden Exemplare mit einem entsprechenden Warnhinweis und in geschlossener Verpackung zu kennzeichnen.

Das Buch wird in mehreren europäischen Sprachen erscheinen, darunter auch auf Deutsch.

Dorottya Rédai, promovierte 2015 in Comparative Gender Studies, arbeitet als Forscherin und Trainerin zu Gender und Bildung in internationalen Bildungsforschungs- und Entwicklungsprojekten. Sie berichtet an diesem Abend über die aktuelle Lage in Ungarn. Zudem arbeitet sie im Schulprogramm „LGBTI-Menschen kennenlernen“ von Labrisz, das Workshops zu Homophobie und Mobbing anbietet. Zurzeit sind solche Angebote in den Schulen verboten, Und sie koordiniert das Buchprojekt „Meseország mindenkié“ (Märchenland für alle). | Eintritt: frei



im Anschluss 20.30 Uhr
Die lesbische Filmnacht
Jalda und Anna – Erste Generation danach
Dokumentarfilm von Katinka Zeuner, 75 min | D 2012

„Es darf Spaß machen, jüdisch zu sein“, kann Jalda Rebling heute sagen. „Das ist jetzt sehr verkürzt formuliert. Der Weg dahin war schon heftig.“

Die Künstlerinnen Jalda Rebling und Anna Adam leben zusammen in Berlin. Sie sind Jüdinnen der „ersten Generation“ nach der Shoah. „Für uns ist Gedenken DNA“, fasst Jalda lakonisch das Erbe unausgesprochener und zugleich allgegenwärtiger Familien-erinnerungen zusammen. Die Erfahrungen der Eltern machten sie wachsam. Gleichzeitig hat sie das Aufwachsen als Jüdinnen im Nachkriegsdeutschland in Ost und West nachhaltig für gesellschaftliche Prozesse sensibilisiert. Das Entstehen einer Demokratie zu erleben und aktiv zu begleiten, prägte ihr Leben und Jüdischsein und ihr Bedürfnis, sich stetig einzumischen. 

Als sich Jalda und Anna Anfang der 90er Jahre kennenlernten, waren beide an einem Tiefpunkt in ihrem Leben. Gemeinsam machte sich das Paar auf einen langen und mühsamen Weg nach einem freudvollen Zugang zu ihrem Jüdischsein.

Der Film setzt dort an, wo die beiden Frauen heute stehen. Er erzählt, wie sie sich – quer zu den Konventionen der jüdischen Community und zu den herrschenden Vorstellungen der nicht-jüdischen deutschen Gesellschaft – auf eigenwillige und hartnäckige Weise eine eigene jüdische Lebensweise geschaffen haben:

Jalda, als eine der wenigen ordinierten jüdischen Kantorinnen in Deutschland. In ihrer selbstgegründeten egalitären jüdischen Gemeinde, schafft sie für sich und andere hierarchiefreie Räume und kreiert neue Rituale und Traditionen.

Anna unterwandert mit ihren Kunstprojekten den herrschenden Gedenkkanon und tingelt in ihrem „Happy Hippie Jew Bus“ durch die deutsche Provinz. Mit ihren Arbeiten lädt zu Auseinandersetzungen mit dem Judentum ein. Sie provoziert die jüdische Eltern- und Großelterngeneration und rebelliert so auch gegen Tabus aus ihrer eigenen Kindheit.

„Jalda und Anna – Erste Generation danach“ zeichnet ein Porträt zweier Frauen, die heute selbstbewusst in Deutschland leben, sich mit Bestimmtheit und Humor ihren Platz in der Gesellschaft nehmen und diesen immer wieder neu gestalten.


Im Anschluss:
Sea Purple. Viola di mare
Regie: Donatella Maiorca, Italien 2009, OmdU, 105 min., FSK 12

„Ein Meilenstein des lesbischen Films!

Sizilien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Angela ist anders als die anderen Mädchen. Sie rennt, raucht und spielt mit den Jungs. Auch als junge Frau passt sie sich nicht den gängigen Geschlechterrollen an. Als aus Angelas Freundschaft zu ihrer Jugendfreundin Sara mehr wird, reagiert Angelas Vater brutal. Er sperrt Angela in den Keller und will sie zwingen, einen seiner Arbeiter zu heiraten. Doch Angela weigert sich. Die einzige, die sie heiraten will, ist Sara. Um Sara heiraten zu können, geht Angela einen äußerst ungewöhnlichen Weg: Sie verwandelte sich in Angelo…. der Preis für den Geschlechtswechsel ist hoch...

Basierend auf einer wahren Geschichte, porträtiert dieser wunderschöne, verführerische Film eindrücklich das Spiel mit ambivalenten Geschlechterrollen. Die Regisseurin selbst sagt über ihren Film: »In ‚Sea Purple’ geht es nicht um die weibliche Sexualität an sich, sondern vielmehr um die Freiheit der Selbstbestimmung und das Finden der eigenen Identität.»

Ein Highlight ist auch der Soundtrack, der italienischen Rock-Legende Gianna Nannini .

Eintritt: frei

Veranstaltung im Rahmen von: Leipziger Lesben*Treffen (LeLeTre)

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