Veranstaltungsdetails

Datum:
Mittwoch, 29.05.2019 bis Montag, 30.03.2020
Rubrik:

Fonts for Freedom

Foyerpr├Ąsentation

Das Verbot von Zeitungen und Verlagen bedroht das kostbarste Gut von Demokratien: die Möglichkeit, seine Meinung frei äußern zu können. Ob in der Türkei, Aserbaidschan, Kambodscha oder Tansania: Allein im letzten Jahr wurden weltweit hunderte Journalistinnen und Journalisten verhaftet. Ebenso viele Medienorganisationen wurden zensiert oder geschlossen. Darunter etliche Zeitungen.

Mit der Aktion „Fonts for Freedom“ von Reporter ohne Grenzen hat die Buchstadt Leipzig mit dem Gutenberg-Preis 2019 eine hochaktuelle Initiative ausgezeichnet: „Fonts for Freedom“ rekonstruiert die Schriften weltweit verbotener und geschlossener Tageszeitungen. Gemeinsam mit der Agentur Serviceplan Campaign Hamburg stellt sie die Schriften geschlossener Tageszeitungen kostenfrei ins Netz. Damit setzt die Aktion ein Zeichen gegen die weltweit zunehmende Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Arbeit der NGO rückt die verbotenen Zeitungen und den Mut von Journalisten - und mit ihnen das Thema Zensur - in den Fokus der Öffentlichkeit. Zugleich macht „Fonts for Freedom“ die Typografie zu einer Botschafterin für das freie Wort und interpretiert die Tradition des Gutenberg-Preises zeitgenössisch. Denn wie vor mehr als 550 Jahren steht auch heute noch der vervielfältigte Buchstabe für das freie Wort. Wird das Wort verboten, ist die Freiheit in Gefahr.

Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Aktionen der Initiative „Fonts for Freedom“. Zu sehen sind Plakataktionen zum Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep ErdoÄ?an in Berlin, Schriften verbotener Zeitungen sowie Filmdokumentationen. Eigens für die Ausstellung hat „Reporter ohne Grenzen“ eine Zeitung hergestellt, in der die unterschiedlichen Aktionen von »Fonts for Freedom» erläutert und historisch eingebettet werden. Besucherinnen und Besucher können diese mitnehmen und so zur Verbreitung der Idee beitragen.

Thematisch knüpft die Präsentation an die medienhistorische Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums an, die dem Thema Zensur ein zentrales Kapitel widmet. 20 Biografien zensierter Bücher vom 16. Jahrhundert bis heute zeigen nicht zuletzt die Doppelgesichtigkeit der Zensur. Einerseits als – im Extremfall: tödliche – Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit durch ideologische Anmaßung und autokratisches Gewaltmonopol. Andererseits als Maßnahme zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten und zum Jugendschutz. Die Ausstellung versteht sich auf diese Weise als Anregung, über die Freiheit des Wortes nachzudenken und über deren Bedeutung für die Demokratie ins Gespräch zu kommen.

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Informationen zum Veranstaltungsort

Foto: Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Foto: Deutsches Buch- und Schriftmuseum
  • Deutsches Buch- und Schriftmuseum
  • der Deutschen Nationalbibliothek
  • Deutscher Platz 1
  • 04103 Leipzig
  • Telefon: +49 (0)341 2271324
  • Telefax: 0341 2271240
  • Internet: www.dnb.de
  • E-Mail: dbsm-info@dnb.de
  • Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Feiertage (au├čer Mo) 10-18 Uhr

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Die Sammlungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek mit über einer Million Objekten erlauben in ihrer außergewöhnlichen Heterogenität eine interdisziplinäre Herangehensweise an buch- und schriftwissenschaftliche Fragestellungen im kultur-, medien-und kommunikationsgeschichtlichen Kontext.

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek – 1884 als Deutsches Buchgewerbemuseum in Leipzig gegründet – ist das weltweit älteste und nach Umfang und Qualität der Bestände eines der bedeutendsten Museen auf dem Gebiet der Buchkultur. Der Standort Leipzig war für die Ansiedlung eines Buchmuseums am Ende des 19. Jahrhunderts kein Zufall. Leipzig hatte durch seine herausragenden Leistungen und Innovationen auf dem Gebiet der Buch- und Druckkunst – wie der Herausgabe der ersten Tageszeitung der Welt (1650), der Entwicklung des beweglichen Notensatzes und der jahrhundertealten Tradition der Leipziger Buchmesse – ein unverwechselbares historisches Profil als Buchstadt.