Veranstaltungsdetails

Datum:
Samstag, 18.05.2019 bis Donnerstag, 20.06.2019
Rubrik:

Georg Brückmann »Bauhaus Dessau«

Fotografie

Ein Schwerpunkt des fotografischen Schaffens von Georg Brückmann ist es, das realistische Erbe der Fotografie als Abbild der Wirklichkeit zu hinterfragen. Dazu fotografierte er zuletzt immer wieder selbst erschaffene fiktive Räume, die offensichtlich konstruiert sind. Einen fragmentierten Realismus und Perspektivspiele nutzt er gleichermaßen für die Konstruktion des Raumes wie zur Irritation des Betrachters – und nicht zuletzt zur Dekonstruktion des fotografischen Anspruchs der Abbildbarkeit von Wirklichkeit. 

In den fotografischen Arbeiten der Serie Bauhaus Dessau des Künstlers Georg Brückmann erscheinen erneut dessen bereits typischen Kuben, die als Bildträger und fast schon als Leinwände funktionieren. In Projektionen des Vergangenen erschafft Brückmann hier Reinszenierungen, die Orte der Vergangenheit im Heute wieder zugänglich machen, jedenfalls in der Form des Fragments. 

Die Kraft des Fotografischen Zeit zu bannen und zu zeigen, ist in Brückmanns Serie zum Bauhaus in Dessau das zentrale Thema. Dabei befragt er jedoch kritisch das Medium selbst und zeigt dessen Eigenschaften, aber auch Kniffe in direkter Weise auf. An die vermeintliche Supermimesis dieser Technologie, d.h. Wirklichkeit objektiv und beweisbar abzubilden, glaubt heute niemand mehr. Doch diese Erkenntnis macht Brückmann sich für seine Inszenierungen und sein Zeigen zunutze. Kühn zeigt uns der Künstler den Aspekt des Konstruierten im fotografischen Bildermachen und stärkt so die Möglichkeiten des Zeigens und Hinweisens in seinen Motiven.

Diese Motive sind Räume und Orte des Bauhaus’ und der Meisterhäuser in Dessau, in denen Menschen und historische Gegenwarten gleichermaßen wieder auftauchen. Das Einfügen historischer Aufnahmen in die gegenwärtige Umgebung ist eine eigene Art der Vergegenwärtigung von Geschichte, die sowohl Mahnung und als auch Staunen sein kann. Ganz gleich, ob hier die Abgeschlossenheit von Geschichte in Frage gestellt wird oder Kontinuität und Übergang verbildlicht werden, der Künstler macht klar, dass es sich hier um bestimmte Perspektiven handelt. Seine aufgetürmten Kuben machen es deutlicher denn je: Der Standpunkt bedingt die Möglichkeit des sinnvollen Sehens und Erkennens. In einer Zeit des Post-Faktischen Diskurses sind Brückmanns Arbeiten damit wichtiger Kommentar, ohne jedoch die Offenheit des Kunstwerkes aufs Spiel zu setzen. In der Josef Filipp Galerie ist nun erstmalig die komplette Reihe mit 25 Arbeiten zu sehen.

Im Museum für Photographie in Braunschweig werden bis Ende Juni ebenfalls Arbeiten von Georg Brückmann aus seiner Bauhaus Dessau Serie gezeigt.

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