Veranstaltungsdetails

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
Kunstkraftwerk Leipzig
Datum:
Freitag, 15.05.2020
Rubrik:

»Der Vater« - Florian Zeller

Premiere

Deutsch von Annette und Paul Bäcker

André, achtzig, Witwer, Vater von zwei Töchtern, merkt, dass sich etwas verändert — es verschwinden Sachen, er versteckt Gegenstände, er fühlt sich bedroht, verfolgt, er verliert die zeitliche und räumliche Orientierung … Der alte Mann auf der Spurensuche nach sich selbst gerät in eine Welt, in der seine Biographie und die Beziehungen, die sie mitgebracht hat, nicht mehr gelten, weil die Realität, in der sie entstanden sind, im Untergehen, im Verlöschen ist.

Das Stück des französischen Dramatikers Florian Zeller nimmt Regisseur Tilo Krügel zum Ausgangspunkt für eine multimediale Theaterbetrachtung über die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, das Überdauern von Wissen und Menschen und die Frage, wie wir in unserer Gesellschaft eigentlich alt werden wollen. Dabei steht die Geschichte der reduzierten Familie aus Vater und Tochter exemplarisch für die Situation der oft zitierten Keimzelle unserer Gesellschaft, die Wärme spenden soll, während sie dem Druck von außen gar nicht standhalten kann. Weder im Privaten noch im Gesellschaftlichen scheint gegenwärtig Platz zu sein für eine sich umkehrende Chronologie eines Lebens, wie es das Alter mit sich bringt.

Tilo Krügel ist seit der Intendanz Enrico Lübbes Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig. Zuvor war er als Schauspieler am Schauspielhaus Chemnitz engagiert und dort als Studioleiter für das Schauspielinstitut „Hans Otto“ Leipzig tätig. Parallel entstanden eigene Regiearbeiten in Chemnitz, Gera, Altenburg und Zittau. 2013 gründete Krügel gemeinsam mit dem Schauspielkollegen Hartmut Neuber den „Club ü31“, einen partizipativen Theaterspielclub am Schauspiel Leipzig. Bis 2016 folgten drei Stückentwicklungen unter der Regie Krügel / Neuber.

Neben Ensemblemitgliedern werden nun auch einige Mitglieder des „Club ü31“ an der Inszenierung „Der Vater“ mitwirken, die im Rahmen der Club Convention 2020 Premiere haben wird an einem besonderen Ort: dem Kunstkraftwerk in Leipzig-Lindenau. Mit dieser Kooperation erweitert das Schauspiel Leipzig seine vielfältige Zusammenarbeit mit kulturellen Institutionen der Stadt Leipzig um einen weiteren Partner, dessen Räume eine Mischung aus alter Industriearchitektur und medialer Ausstattung auf höchstem technischem Niveau bereithalten.

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Informationen zum Veranstalter

Schauspiel Leipzig
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Die Spielstätten Diskothek / Baustelle befinden sich in der Bosestr./Ecke Dittrichring und die Spielstätte Residenz inmitten der Baumwollspinnerei Leipzig. Das Schauspielhaus entstand 1955/56 durch Um- und Ausbau des 1943 zerstörten Centraltheaters, das 1902 als Operettentheater ins Leben gerufen wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg sollte ein modernes Theaterhaus entstehen. 1945/46 wurde es zunächst provisorisch zum Schauspielhaus umgebaut. Die Architekten Souradny, Herbst und Brummer gestalteten den stattlichen Bau inklusive Dreh- und Wagenschiebebühne.

Die Einweihung des neuen Theaterhauses fand am 1. März 1957 mit einer Aufführung von Schillers Wallenstein statt. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde die Außenfassade des Theaters in der Bosestraße renoviert. Insgesamt haben 666 Personen im Saal Platz.

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Informationen zum Veranstaltungsort

Foto © Immersive Art Factory
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  • Kunstkraftwerk Leipzig
  • Saalfelder Straße 8b
  • 04179 Leipzig

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Das Kunstkraftwerk Leipzig profiliert sich seit 2016 als europäischer Hotspot für Digitale Kunst. Vielbeachtete Ausstellungen überzeugten seither rund 100.000 Besucher aus dem In- und Ausland. Schwerpunkt sind immersive Kunstprojekte, die in außergewöhnlicher Weise mit ihrer industriellen Umgebung korrespondieren, verschiedene Kunstformen und Technologien miteinander verknüpfen und zugleich die Interaktion zwischen Künstler, Kunstwerk und Betrachter herausfordern. Für raumgreifende Erlebnisse sorgt das größte Videoprojektionssystem Deutschlands.