Veranstaltungsdetails

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Datum:
Mittwoch, 03.04.2019
Uhrzeit:
20:00 Uhr
Rubrik:

JADU mit »Nachricht vom Feind« 2019 auf Tour

Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.

»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu das am 08.02.2019 erscheint, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein. 

Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu auf persönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat.

Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe.  

Jadu, geboren in Bad Essen, will von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Sie ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfalls immer vorgestellt.« 

Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da.

Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«.

Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt – dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden. Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.

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Informationen zum Veranstaltungsort

Moritzbastei, Foto: © leipzigim.de
Moritzbastei, Foto: © leipzigim.de

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Die Moritzbastei ist Leipzigs bekanntestes Kulturzentrum. Im Herzen der Stadt, direkt neben Neuem Gewandhaus und der Universität gelegen, verbinden sich hier historische Architektur und modernes Kulturleben in all seiner Vielfalt.

Das historische Bauwerk wurde in den Jahren 1551-53 errichtet. Nach einer wechselvollen Geschichte wird es seit 1982 als Kulturzentrum genutzt. Öffentliche historische Führungen finden Samstags jeweils 11 und 14 Uhr statt.