Veranstaltungsdetails

Datum:
Samstag, 10.11.2018 bis Sonntag, 13.10.2019
Rubrik:

Gefäß / Skulptur 3. Deutsche und Internationale Keramik seit 1946

Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig präsentiert im dritten Teil seiner groß angelegten Überblicksschau auf künstlerische Studiokeramik seit 1946 rund 270 Arbeiten von weltweit tätigen Keramikern. Bereits 2008/2009 und 2013/2014 waren in zwei umfangreichen Ausstellungen herausragende, oft auf großzügige Schenkungen zurück gehende Arbeiten vorgestellt worden. Auf diese beiden viel beachteten Ausstellungen folgten jeweils generöse private Schenkungen an das Museum. So wuchs der Bestand des Hauses nach der ersten Ausstellung um rund 3.000 Stücke, seit 2014 zählen weitere 2.000 Arbeiten neu zur Sammlung. Dadurch kann in Leipzig einerseits das OEuvre bedeutender Künstler der Keramik intensiv und detailliert dargestellt und andererseits die Vielfalt der internationalen Szene eindrücklich vor Augen geführt werden.

In der Keramik manifestieren sich die künstlerischen Entwicklungen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vielgestaltig und imposant. Formkraft und Glasurschönheit begegnen sich. Immer wieder wird der Weg vom Gefäß zur Skulptur vollzogen oder das Verhältnis zwischen diesen beiden Möglichkeiten ausgelotet. Die Bandbreite von Keramik ist dabei enorm, dem seit frühesten Menschengedenken genutzten Material wird jeweils überraschend Neues abgewonnen. Gerade in dieser nie versiegenden Fülle, im steten Hinterfragen und Neuinterpretieren, besteht sein großer Reiz. Die Ausstellung zeigt in ihrer Abfolge deutlich, dass sich die Arbeiten immer konsequenter aus dienstbar funktionaler Attitüde heraus zu autonomen, skulptural wahrzunehmenden Kunstwerken entwickeln, ohne dabei zwingend das Thema des Gefäßes aufzugeben.

Sowohl für die Keramikkünstler wie für die daran Interessierten und auch die Sammler liegen zuweilen Welten zwischen jenen Objekten, die eine meisterliche Beherrschung handwerklicher Fertigkeiten der Töpferei voraussetzen, und solchen, für die das Material Ton vorrangig aus der Perspektive der bildenden Kunst heraus genutzt wird. Doch sind die Übergänge zwischen den entgegengesetzten Positionen fließend.

Klaus Schulze, o. T., Überlingen/Bodensee, 1999, Schamottierte Irdenware, gedreht, modelliert, montiert, bemalt mit Engoben und Glasuren, Schenkung des Künstlers, 2009
Klaus Schulze, o. T., Überlingen/Bodensee, 1999, Schamottierte Irdenware, gedreht, modelliert, montiert, bemalt mit Engoben und Glasuren, Schenkung des Künstlers, 2009
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Informationen zum Veranstaltungsort

GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Foto: LTM, Andreas Schmidt
GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Foto: LTM, Andreas Schmidt

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Freier Eintritt an jedem ersten Mittwoch im Monat

Das 1874 eröffnete Museum zählt zu den bedeutendsten seiner Art in Europa. In drei Etappen entsteht es bis 2009 auf ca. 5.000 qm neu. Am 1.12.2007 wurde der erste Rundgang „Antike bis Historismus“ eröffnet. In 30 Schauräumen kann man über 2.000 Objekte bewundern. Ein Schwergewicht der über 90.000 Exponate umfassenden Sammlung liegt auf Objekten der 1920er und 1930er Jahre.