Veranstaltungsdetails

Ort:
Datum:
Dienstag, 12.02.2019 bis Dienstag, 30.04.2019
Rubrik:

»Rading trifft Schlemmer - Das Haus Rabe in Zwenkau«

bauhaus100 | Wanderausstellung

„Es grenzt an ein Wunder, dass dieses extravagante Haus, das man im internationalen Vergleich mit Recht als Ikone der Moderne und einen der letzten Höhepunkte im Neuen Bauen der Weimarer Republik bezeichnen kann, im krisengeschüttelten Jahr 1930 trotz des zähen Widerstands der zuständigen Behörden überhaupt gebaut werden konnte und danach sowohl die barbarische Zeit des Nationalsozialismus als auch die Jahrzehnte der DDR unbeschadet überstanden hat. Dies ist vor allem der Familie des Bauherrn Dr. med. Erich Rabe zu verdanken, insbesondere seiner Tochter Dr. med. Gabriele Schwarzer, die hier – ganz im Sinne der von Rading geplanten Einheit von Arbeit, Wohnen und Leben – in Nachfolge ihres Vaters bis 1991 als Fachärztin für Chirurgie im Erdgeschoss Ihre Praxis betrieben und ihre Wohnung in den Obergeschossen über Jahrzehnte sorgsam gepflegt hat.“

Werner Durth in: „Rading trifft Schlemmer. BauHausKunst“, 2014 Das dreigeschossige Wohnhaus gehört in seiner Einheit von Architektur und künstlerischer Ausstattung zu den herausragenden Kulturdenkmalen der Moderne in Mitteldeutschland. Sein besonderer Wert besteht in der vollständig erhaltenen künstlerischen Ausstattung durch den Bauhäusler Oskar Schlemmer im Innern.

Glanzpunkt des Hauses ist die zweigeschossige Wohnhalle mit der Drahtplastik von Schlemmer. Neben der originellen Wandpolychromie wird der Raum auch durch den mehrfarbigen Linoleumfußboden in unregelmäßiger geometrischer Unterteilung geprägt.

Der im Original erhaltene runde Esstisch mit sechs Stahlrohr – Korb – Stühlen und die authentische Beleuchtung schaffen ein vollendetes Bauhausinterieur, das in Deutschland in keinem zweiten Wohnhaus dieser Zeit anzutreffen ist. Auch das nach dem Entwurf von Schlemmer mit figürlichen Motiven ausgemalte Treppenhaus gehört dazu. Ferner die Wohn-, Schlaf- und Praxisräume nach dem Farbkonzept Radings, das wohl von Schlemmer in Teilen modifiziert worden ist. So ist das gesamte Haus eine höchst eindrucksvolle Demonstration architektonischer und bildkünstlerischer Ideen des Bauhauses.

Mit der denkmalgerechten Sanierung und Restaurierung in den Jahren 1994/96 und 2017/18 durch den neuen Eigentümer Horst Schmitter aus Hamburg hat das Haus seine denkmalpflegerische Authentizität und Integrität auf höchstem Niveau bewahrt und ist damit als Sachzeuge von außerordentlichem kunstgeschichtlichen Wert.

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Informationen zum Veranstaltungsort

  • Alte Nikolaischule
  • Nikolaikirchhof 2
  • 04109 Leipzig
  • Telefon: +49 (0)341 2118518
  • Telefax: 0341 2118512
  • Di-Do, Sa/So 12-17 Uhr, feiertags geschlossen

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Viele berühmte Leipziger waren Schüler der Alten Nikolaischule: Gottfried Wilhelm Leibniz, Christian Thomasius, Gottfried Seume und auch Richard Wagner. Das Schulgebäude war 1512 eröffnet worden und erfüllte diese Funktion bis 1872. Neben einem Kulturcafé befindet sich die Richard-Wagner-Aula im Gebäude.

Anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Wagner wurde am 22. Mai 2013 ein Richard-Wagner-Museum eröffnet, das sich dem Wirken des jungen Wagners widmet. Die Ausstellung befindet sich im Untergeschoss der Alten Nikolaischule und ist Di-Do und Sa/So von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.