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Veranstaltungsdetails

Datum:
Freitag, 07.09.2018 bis Sonntag, 10.02.2019
Kategorie:

Klaus Hähner-Springmühl. Kandidat

Kurt Buchwald, Maler machen Musik, 1987, Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Kurt Buchwald, Maler machen Musik, 1987, Privatbesitz, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Klaus Hähner-Springmühl (1950–2006) war einer der einflussreichsten Künstler in der oppositionellen Kunstszene der DDR. Der gebürtige Zwickauer, später tätig in Cottbus, Chemnitz (Karl-Marx-Stadt), Dresden und Leipzig, beschäftigte sich seit 1970 autodidaktisch mit bildender Kunst. 1982 wurde er schließlich Mitglied im VBK-DDR.

Sein Gesamtwerk umfasst Gemälde und Zeichnungen, Fotoübermalungen, Collagen und Rauminstallationen, bildkünstlerische und musikalische Performances. Gestische Abstraktion und Nicht-Figuralität zeichnen seine Werke aus.

Jedes Einzelwerk ist nur Fragment einer einzigen großen, alle Aspekte seines Lebens umfassenden Performance. Und die erhaltenen Arbeiten stellen nur Relikte seiner steten Selbstinszenierung dar. Hähner-Springmühl nutzte gattungsübergreifende Gesamtkonzepte, um den für ihn lebensnotwendigen künstlerischen Prozess am Laufen zu halten und um sich von den Beschränkungen reiner Kunstformen frei zu machen. Durch ständige Performances, stete Neu- und Nachbearbeitung früherer Arbeiten, spontane Neuschöpfungen und fotografische Dokumentationen der Werkprozesse steuerte er die Rezeption und behielt trotz aller Abstraktion und Improvisation die Kontrolle über sein Gesamtwerk.

Klaus Hähner-Springmühls zentrales Thema war die grundlegende Bedeutung der Kunst. Vor allem war ihm Kunst die Möglichkeit zur Selbstbefragung des Ichs und zur Selbstbefreiung aus den Zwängen einer gesellschaftlich und künstlerisch reglementierten Existenz. Durch seine kompromisslose Art, der eigenen Inszenierung Bequemlichkeit und Sicherheit zu opfern, wurde Hähner-Springmühl schnell zu einem Anreger vieler junger Künstler. Der unaufhaltsame Aufstieg, den er erlebte, war für einen Aussteiger und Autodidakten ungewöhnlich. Diesem folgte jedoch nach der Wende schnell der Abstieg. Auch weil er sich den neuen Normen der Markttauglichkeit widersetzte, geriet er zunehmend in Vergessenheit.

Das MdbK hat sich in den letzten Monaten intensiv der Rehabilitierung Hähner-Springmühls gewidmet. Durch Schenkungen, Ankäufe und – zum Teil bisher nicht öffentlich gezeigte – Leihgaben wurde das bislang umfänglichste Konvolut an Werken dieses Künstlers angelegt und wissenschaftlich und museal erfasst. Die Retrospektive zum „Kandidaten“ Hähner-Springmühl stellt dessen Schaffen in seiner gesamten Breite sowie seinem existenziellen Charakter vor: Einer umfangreichen Auswahl von grafischen und malerischen Arbeiten sowie Collagen Hähner-Springmühls stehen die Fotodokumentationen seiner zahlreichen Performances gegenüber.

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Informationen zum Veranstaltungsort

Museum der bildenden Künste Leipzig, © PUNCTUM, Alexander Schmidt

Museum der bildenden Künste Leipzig, © PUNCTUM, Alexander Schmidt

Um 1858 haben Leipziger Kaufleute, Verleger, Händler und Bankiers das Museum der bildenden Künste Leipzig gegründet. Seitdem sind zahlreiche Sammler ihrem Beispiel gefolgt und haben das Museum mit Schenkungen und Stiftungen bedacht. Ihre private Leidenschaft und ihr persönlicher Blick sind beim Rundgang durch die Sammlung stets gegenwärtig.

Bereits von außen sichtbar sind die Höfe und Terrassen, die das Museum zur Stadt hin öffnen und das Prinzip der Leipziger Passagen aufgreifen. Einmalig ist die Weite im Inneren, besonders in Verbindung mit den vielfältigen Sichtachsen und den Aussichten auf die Stadtlandschaft. Die Materialien Glas, Sichtbeton, Muschelkalk und Eichenholz dominieren den Innenraum und verleihen ihm atmosphärische Vielfalt.

Die Präsentation zeitgenössischer Werke und raumbezogener Installationen auf den Terrassen, in den Höfen und Treppenhäusern macht die Begegnung von Kunst und Architektur in besonderer Weise erlebbar.

Am 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei. Eintritt frei bis zum vollendeten 19. Lebensjahr.

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