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Veranstaltungsdetails

Datum:
Mittwoch, 08.05.2019 bis Dienstag, 10.09.2019
Kategorie:

»Point of no Return«

Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst

Dreißig Jahre nach ‚1989‘ will das MdbK mit der Ausstellung “Point of No Return” erstmals die Perspektive der bildenden Künste auf Friedliche Revolution, Wende und Umbruch umfassend darstellen. Mehr als 130 Werke von rund 60 KünstlerInnen aller Gattungen werden zeigen, wie diese eigensinnige und von politischen Zeitrechnungen unabhängige Kunstform in der Vielzahl ihrer Handschriften, Kunstmodelle und Denkarten das Phänomen in Ausdruck und Reflexion kartografiert hat.

Auch wenn die Chronologie der ostdeutschen ‚Selbstbefreiung von unten‘ durch markante und bislang unbekannte Fotografien und Videoarbeiten in der Ausstellung thematisiert wird, stellt “Point of No Return” nicht die zeitgeschichtliche Dramaturgie der Friedlichen Revolution von 1989 ins Zentrum. Vielmehr wird erstmals die unmittelbare Vorgeschichte ebenso einbezogen wie die Transformationszeit nach 1989. “Point of No Return” zeigt die bereits in den 1980er Jahren auffallenden ‚Risse in der Mauer‘ und deren Gründe, thematisiert deren unerwarteten Fall wie die Neudefinition künstlerischen Schaffens nach 1989. Wichtige Werke der künstlerischreflexiven Bezugnahme auf die Friedliche Revolution entstanden als Antizipation, Ahnung oder Aktion bereits im Vorfeld des Ereignisses. Andererseits konnten viele gültige künstlerische Positionen erst mit Distanz, Abstand und beobachtetem Wandel gesellschaftlicher Zusammenhänge entstehen.

“Point of No Return” präsentiert zur Veranschaulichung dieses spannungsvollen Gesamtzusammenhangs Arbeiten von ostdeutschen Künstlern aus drei Generationen, die in der DDR in unterschiedlichen Schulen, Milieus und Szenen wirkten. Dabei wird das gesamte Spektrum von staatlicherseits herausgehobenen über kritisch-loyale und nonkonforme Positionen bis hin zu offen dissidentischen mit ihren spezifischen Haltungen zu Wende und Umbruch gezeigt. Ebenso werden Arbeiten von KünstlerInnen vertreten sein, die zwar noch in der DDR geboren wurden, aber nicht mehr die Akteurserfahrung im sozialistischen Kunstsystem mit ihren älteren KollegInnen teilen. Viele junge KünstlerInnen stellen sich heute ganz bewusst in den Kontext ostdeutscher Kunstproduktion und greifen Fragen von Herkunft, Tradierung von Eigensinn und Mentalität aber auch von Hegemonie und ‚Kolonialisierung‘ auf. Die Ausstellung wird von Paul Kaiser (Direktor Dresdner Institut für Kulturstudien), Christoph Tannert (Leiter Künstlerhaus Bethanien, Berlin) und Alfred Weidinger (Direktor Museum der bildenden Künste Leipzig) kuratiert.

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Informationen zum Veranstaltungsort

Museum der bildenden Künste Leipzig, © PUNCTUM, Alexander Schmidt

Museum der bildenden Künste Leipzig, © PUNCTUM, Alexander Schmidt

Um 1858 haben Leipziger Kaufleute, Verleger, Händler und Bankiers das Museum der bildenden Künste Leipzig gegründet. Seitdem sind zahlreiche Sammler ihrem Beispiel gefolgt und haben das Museum mit Schenkungen und Stiftungen bedacht. Ihre private Leidenschaft und ihr persönlicher Blick sind beim Rundgang durch die Sammlung stets gegenwärtig.

Bereits von außen sichtbar sind die Höfe und Terrassen, die das Museum zur Stadt hin öffnen und das Prinzip der Leipziger Passagen aufgreifen. Einmalig ist die Weite im Inneren, besonders in Verbindung mit den vielfältigen Sichtachsen und den Aussichten auf die Stadtlandschaft. Die Materialien Glas, Sichtbeton, Muschelkalk und Eichenholz dominieren den Innenraum und verleihen ihm atmosphärische Vielfalt.

Die Präsentation zeitgenössischer Werke und raumbezogener Installationen auf den Terrassen, in den Höfen und Treppenhäusern macht die Begegnung von Kunst und Architektur in besonderer Weise erlebbar.

Am 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei. Eintritt frei bis zum vollendeten 19. Lebensjahr.

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