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Veranstaltungsdetails

Datum:
Freitag, 17.05.2019
Uhrzeit:
20:00 Uhr
Rubrik:

Gro├čes Concert: Gewandhausorchester, Andris Nelsons

Gewandhausorchester
Andris Nelsons
Baiba Skride, Violine

Sebastian Currier
Aether – Konzert für Violine und Orchester
(Europäische Erstaufführung, Auftragswerk des Gewandhausorchesters und des Boston Symphony Orchestra)
Peter Tschaikowski
5. Sinfonie e-Moll op. 64

Nach seiner Uraufführung Anfang Mai mit dem Boston Symphony Orchestra unter Andris Nelsons sowie der Violonistin Baiba Skride kommt Sebastian Curriers neues Werk Aether nun über den Atlantik und erfährt ihm Rahmen der Großen Concerte seine Europäische Erstaufführung. Das Violinkonzert entstand im Auftrag des Gewandhausorchesters und des Boston Symphony Orchestra. Das Wort Aether hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie und bedeutet so viel wie „reine, frische Luft“. Seinem Ursprung nach wurde es von den Griechen als Luft der oberen Atmosphäre angesehen, die Luft, die die Götter atmeten. So bezieht sich der Begriff auf etwas geheimnisvolles, unsichtbares und unerreichbares.

Ausgehend von der traditionellen sinfonischen Mehrsätzigkeit nimmt Sebastian Currier die konventionelle Form auseinander und fügt sie in vier Hauptbewegungen neu zusammen. Die erste ist eine Art Nachtmusik. Die Instrumente des Orchesters spielen Phrasen vor und die Solovioline imitiert sie. Der 2. Satz ist vom permanenten Konflikt zwischen lyrischen Impulsen und aggressiven Ausbrüchen geprägt. Der 3. Satz ist in langsamem Tempo gehalten und lässt die Violine über dem Orchester schweben. An vierter Stelle steht ein energetisches, virtuoses Finale. Mystische Streicherakkorde mit sphärischen Windgeräuschen der Bläser erzeugen eine vage, geheimnisvolle, atmosphärische Stimmung, die alle vier Sätze entscheidend trägt. Dabei enden die Sätze nicht wirklich, sondern verlieren sich im Unendlichen oder werden, wie im Fall des letzten Satzes, jäh unterbrochen. Getreu dem griechisch-mythologischen Konzept strömt Alles im Stück in das Medium des Aether. 

Sebastian Currier gilt als einer der profiliertesten amerikanischen Komponisten der Gegenwart. Er ist Träger des Grawemeyer Award 2007 und wurde darüber hinaus mit zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet, darunter der Rome Prize, das Guggenheim-Stipendium und der Distinguished Alumni Award der Manhattan School of Music. Im Jahr 2013 war er Artist in Residence am Institute for Advanced Study in Priceton. 2016 wurde er zudem zum Mitglied der American Academy of Arts and Letters gewählt. 

Das Große Concert ist Teil der neuen Abonnement-Reihe Horizont 21, bei der Tradition mit Neuem verbunden wird. So steht mit Peter Tschaikowskis 5. Sinfonie in e-Moll ein großes Werk des 19. Jahrhunderts auf dem Programm. Durchzogen vom „Schicksalsmotiv“, zieht sich ein grüblerischer Gedanke durch das gesamte Werk. Zur Zeit der Entstehung ist Tschaikowski ein international gefragter Dirigent und befindet sich auf der Höhe seines Erfolges. Innerlich aber schwankt er zwischen Höhenflügen und Verzweiflung. Die 5. Sinfonie – ein musikalischer Spiegel einer krisendurchlebten Zeit.

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Informationen zum Veranstaltungsort

Gewandhaus zu Leipzig, Foto: leipzig-im.de
Gewandhaus zu Leipzig, Foto: leipzig-im.de

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Im Gewandhaus gehen jährlich nahezu 700 Veranstaltungen mit einer halben Million Besucher über die Bühne. Ein Großteil davon sind Konzerte, aber auch Tagungen, Kongresse, Festveranstaltungen und Empfänge finden hier statt.

Berühmt ist das geschichtsträchtige Konzerthaus, dem zwei Vorgängerbauten voraus gingen, für das hier beheimatete Gewandhausorchester. Als Eigenveranstalter produziert das Gewandhaus ca. 250 klassische Konzerte pro Saison: „Große Concerte“ mit dem Gewandhausorchester, Kammermusik- Chor und Orgelkonzerte, Musikfestivals (Mendelssohn-Festtage, Intern. Mahler-Festival), die Audio Invasion und vieles mehr. Ein breit gefächertes Angebot an musikpädagogischen Projekten rundet das Gewandhaus eigene Programm ab.