Historische Schicksale, szenische Lesung und die Frage: Was ist Wahrheit und was Fiktion?
Geschichte besteht nicht nur aus großen Namen und bedeutenden Ereignissen. Oft sind es die Geschichten der Menschen im Hintergrund, die ein neues Licht auf die Vergangenheit werfen. Genau diesen Menschen widmet sich die Literaturshow „Endstation Wahrheit“, die am 21. August 2026 um 19:30 Uhr auf der studijo Bühne in Leipzig Premiere feiert.
Die Bühne verwandelt sich an diesem Abend in ein Zugabteil zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In historischen Kostümen, mit atmosphärischer Inszenierung und szenisch gelesenen Texten nehmen Mariann Gáborfi und Hubertus von Quack das Publikum mit auf eine Reise durch die oftmals verdrängten Kapitel der Leipziger Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Arbeiter, Waisenkinder, Näherinnen und andere Menschen, deren Lebensgeschichten selten Eingang in Geschichtsbücher finden, deren Schicksale jedoch eng mit den historischen Entwicklungen ihrer Zeit verwoben sind.
Das Besondere an „Endstation Wahrheit“: Die Grenzen zwischen historisch belegten Ereignissen und künstlerischer Interpretation verschwimmen bewusst. Erst am Ende der Aufführung wird die Frage an das Publikum gestellt, welche Elemente der Geschichten auf historischen Quellen beruhen und welche dramaturgisch ergänzt wurden. Das Publikum wird damit selbst Teil der Inszenierung und ist eingeladen, Geschichte kritisch zu hinterfragen.
Die Produktion verbindet sorgfältige historische Recherche mit literarischem Erzählen und schafft so einen ungewöhnlichen Zugang zur Stadtgeschichte Leipzigs. Statt trockener Fakten entstehen emotionale Begegnungen mit Menschen, deren Stimmen über Jahrzehnte kaum gehört wurden.
„Endstation Wahrheit“ richtet sich an kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher ebenso wie an alle, die Leipzig aus einer neuen Perspektive kennenlernen möchten. Die Veranstaltung empfiehlt sich für Gäste ab 16 Jahren.
Die Veranstaltung wird zudem durch eine Förderung des Stadtbezirksbeirats Südost der Stadt Leipzig unterstützt. Mit dieser Förderung wird das kulturelle Engagement im Stadtbezirk gestärkt und die Auseinandersetzung mit Leipziger Geschichte sowie ihrer lebendigen Vermittlung einem breiten Publikum ermöglicht.