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Datum:
10.06.2017

»DER FREISCHÜTZ«

Carl Maria von Webers romantische Oper

Carl Maria von Webers 1821 uraufgeführte Oper »Der Freischütz« gilt für jüngere Theaterbesucher zunächst als ziemlich verstaubte Geschichte aus längst vergangener Zeit, verbunden mit oft gruseligen Erinnerungen an den Musikunterricht, wo man nicht nur im Aufsatz begründen musste, warum es sich um die »Erste deutsche Nationaloper« handelt, sondern im schlimmst möglichen Fall dann auch noch den Jungfernchor vor der ganzen Klasse singen musste.

»Der Freischütz«, Foto: Kirsten Nijhof

»Der Freischütz«, Foto: Kirsten Nijhof

»Der junge Siegfried«, so der ursprüngliche Titel von Wagners Libretto, erzählt die Geschichte des Sohnes von Siegmund und Sieglinde, des Wälsungenpaares. Nachdem sein Vater durch Hunding getötet wurde und seine Mutter bei seiner Geburt verstarb, lebt er bei seinem bösen Ziehvater Mime. »Siegfried« ist die Geschichte eines Pubertierenden, der aufbegehrt gegen einen Vater, der nicht sein eigener ist, und gegen dessen Plan, mit Siegfrieds Hilfe an den Nibelungenhort zu gelangen, den der Riesenwurm Fafner in seiner Gewalt hält. Doch nur der, der das Fürchten nicht gelernt hat, vermag Fafner zu besiegen. Furchtlos schmiedet Siegfried sein Schwert, tötet Fafner und nimmt Ring und Tarnkappe an sich.

Neben dem Stoff für Klassenarbeiten bietet diese Oper gerade in unserer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche, der Globalisierung und weltweiter Flüchtlingsströme sehr unmittelbar die Möglichkeit, sich mit Fragen des eigenen Ichs zu beschäftigen. Über die Begegnung mit Webers Figuren - von Zwängen gezeichnete Menschen zwischen Gott und Teufel, die sich unheimlichen dämonischen Kräften ausgeliefert sehen - vermögen gerade junge Leute Parallelen zu ihrem eigenen Leben zu ziehen. Wovon sehe ich mich bedroht, welchen Mächten bin ich »ausgeliefert« und warum merken so viele Erwachsene nicht, wie vermeintlich aussichtslos es um mich steht?

Die Oper »Der Freischütz« scheint auf den ersten Blick eine banale Geschichte abergläubiger Menschen in unterschiedlichen Abhängigkeitsverhältnissen. Doch kaum kratzt man ein wenig an der Oberfläche, wird die Oper tiefgründig und man gerät von einem Entsetzen ins andere. Am Ende der Opernvorstellung scheint es, dass alle Figuren nur hilflos erfahren haben, dass »das Schicksal« unausweichlich ist, dass man selbst nicht Herr seines Lebens sein kann, weil das »Oben« unverrückbar scheint. Junge Zuschauer können sich hier sehr bewusst ins Verhältnis setzen, Fragen stellen und Antworten einfordern.

Karten für die Aufführungen erhalten Sie an der Kasse im Opernhaus, unter Tel: 0341 - 12 61 261 (Mo - Sa 10.00 - 19.00 Uhr) oder im Internet unter www.oper-leipzig.de

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Informationen zum Veranstaltungsort

Oper Leipzig

Oper Leipzig

  • Oper Leipzig
  • Augustusplatz 12
  • 04109 Leipzig
  • Telefon: 0341 1261-261
  • Telefax: 0341 1261-300
  • www.oper-leipzig.de
  • service@oper-leipzig.de
  • Bereits 1693 wurde das erste Leipziger Opernhaus am Brühl gegründet. Damit war es das dritte bürgerliche Musiktheater Europas nach Venedig und Hamburg.

    Die gesamte Operngeschichte war geprägt durch zahlreiche Uraufführungen und das Wirken berühmter Komponisten und Dirigenten. Seit 1840 ist das Gewandhausorchester bei jeder Aufführung dabei.

    Das heutige Opernhaus am Augustusplatz wurde 1960 eröffnet. Große Namen haben Leipzigs Operngeschichte geprägt, z.B. Georg Philip Telemann, Gustav Mahler und Albert Lotzing. Auch in der Nachkriegszeit brillierte das Ensemble der Oper mit spektakulären Uraufführungen und Premieren, vor allem unter Joachim Herz und Udo Zimmermann.
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